Thanatos

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Titel:
Der Herr der Carnifex, Meister des verbotenen Wissens

Portfolio:
Ansammlung von Wissen zur eigenen Machtvergrößerung, Nekromantie, Schwarzmagie, verbotenes Wissen

Symbol:
ein schwarzes, verschlossenes Buch

Andere Namen:
-

Philosophie / Motivation:
Nach Jahren der Zerstörung durch sein Wirken, schien es in jüngster Vergangenheit um Thanatos wieder ruhiger geworden zu sein. Doch hat dieser sich lediglich neue Wege erdacht, wie er sein bisheriges Wirken und Streben noch effektiver umsetzen könnte. Thanatos besann sich auf seine Vergangenheit als sterblicher Magier und wie er seine Unsterblichkeit, ja seinen Gottesstatus erlangte. Aus diesem Grund entschied er sich dazu, Magier, andere Forscher und Sucher dazu zu ermutigen, seinen einstmaligen Weg einzuschlagen und jede Art von Wissen gleichgültig mit welchen Mitteln zu erlangen.
Wissen ist Macht! Daher ist Wissen durch Forschung und Experimente zu gewinnen und anzuhäufen, um es zur eigenen - und damit letztlich auch zu Thanatos Machtvergrößerung benutzen zu können. Dabei sind die Mittel zur Erlangung nicht von Bedeutung, sondern nur das Wissen selbst zählt.
Ebenso ist es ohne Bedeutung, ob es sich um verbotenes Wissen oder um zwielichtige Fachgebiete wie Nekromantie oder andere dunkle Künste handelt.
Kein Wissen wird als unwichtig angesehen, denn früher oder später ergibt sich immer eine Gelegenheit, bei der es seine Nützlichkeit beweist und den entscheidenden Vorteil erbringt.
Aufgrund der Bedeutung von Wissen als Machtfaktor ist es in den falschen Händen eine Waffe gegen ihn selbst und könnte ihm gefährlich werden. Damit ist die absolute Geheimhaltung von erworbenem Wissen als Vorteil anderen gegenüber zwingend. Macht ist Thanatos Hauptmotivation, wobei er sich nie mit Erreichtem zufrieden geben wird und somit von seinen Anhängern stetiges Weitertreiben von Erkenntnissen durch Forschung und Experimente erwartet. Ob und was er damit allerdings auf lange Sicht erreichen will, ist allerdings keinem bekannt.

Aufgabe der Anhänger und Priesterschaft:
Insbesondere Nekromanten, Schwarzmagier sowie Dämonologen scheinen sich zu Thanatos zu bekennen. Vielleicht weil ihre Methoden in Azuths Hallen nicht gern gesehen bis verpönt sind, vielleicht auch weil sie in ihrem Machtstreben Thanatos ähnlich sind und bei den Mitteln der Wissenserlangung nicht zimperlich sind.
Thanatos erwartet in erster Linie Forschung und dadurch Erlangung von Wissen von seinen Anhängern. Hierbei ist ausdrücklich alles erlaubt: ob Nekromantie, Schwarzmagie, Dämonenbeherrschung, Geistbeeinflussung, all die Künste, die in den Glaubensgemeinschaften der anderen Göttern verrufen sind, unterstützt er insbesondere.
Eine seiner liebsten Methoden, die er selbst schon in seiner Vergangenheit am häufigsten praktiziert hat, ist die Kreuzung von Lebewesen durch Magie oder Zucht, um überlegene Lebensformen zu schaffen. Um diese Kreationen als Werkzeuge und Diener nutzen zu können, ist die Kontrolle derer sein höchstes Ziel.

Das angesammelte Wissen soll dem Magier allein dienen. Um keinen Preis ist es ihm erlaubt Erkenntnisse, die Macht bedeuten könnten, nach außen weiterzugeben. Selbst zwischen den Anhängern gibt es nur wenig Austausch, schließlich könnte der Andere das Wissen nutzen, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen.
Inwieweit ein Anhänger sich öffentlich zu Thanatos bekennt, ist komplett ihm überlassen. Inwieweit er seine Macht, die er durch Forschung erlangt hat, öffentlich demonstriert oder schlicht ausprobiert, ist ebenso seine Sache. Allerdings erwartet Thanatos in solchen Fällen, dass die Macht auch zum Schutze vor eventuellen Konsequenzen ausreichend ist. Selten steht er einem Anhänger nach einem missglückten Versuch einer Machtdemonstration zur Seite.

Priester des Thanatos sind handverlesen, wobei er manche selbst erwählt hat, andere sich durch Beweise ihrer Fähigkeiten bewährt haben. Man munkelt, dass Thanatos selbst einige ihrer Forschungen unterstützt und manch einen schon mit Wissen belohnt haben soll, der in seinen Augen erfolgreich war. Sie werden auch von Thanatos herangezogen, wenn er eine Aufgabe zu vergeben hat und Belohnungen sollen dem winken, der ihn zufrieden stellt. In der Vergangenheit soll eine getreue Hohepriesterin gar über Jahre hinweg von ihm in sein Reich aufgenommen und persönlich ausgebildet worden sein.

Beziehungen zu anderen Göttern:
Thanatos selbst ist von dem Bedürfnis getrieben, Macht zu erlangen und diese auch auszukosten. Doch werden seine Bedürfnisse nie gestillt. Beständig wird er von der Aussicht auf mehr weitergetrieben. Trotz dieser Rastlosigkeit durch seine Besessenheit handelt er allerdings nicht verblendet. Im Gegenteil: da er Machteinbußen nur schwer verkraften würde, plant er nächste Schritte zur Machtvergrößerung sehr eifersüchtig. Er teilt nur ungern Erreichtes oder in Aussicht Gestelltes. Bündnisse geht er nur dann ein, wenn in seinen Augen ausreichend Vorteile für ihn dabei herausspringen. Insofern existieren keine festen Pakte.
Fenrie und der Meister sind die Götter, mit denen er derzeit am ehesten ein Bündnis eingehen würde. Obwohl Thanatos aus Launen heraus zu Zerstörung neigt, um seine Macht zu demonstrieren oder einfach auch nur mal auszuleben, empfindet er den Meister als unter seinem Niveau. Da er allerdings glaubt dem Meister an Gewitztheit und Intelligenz überlegen zu sein, würde er ein Zweckbündnis, bei dem er den Vorteil auf seiner Seite sieht und den Meister auszutricksen vermag, sofort eingehen. Fenrie gegenüber hat er Respekt. Da er einer der ältesten Götter ist, hat er entsprechend viel Macht und Erfahrung inne. Er würde sich sicher nicht so leicht wie der Meister übertölpeln lassen. Und selbst wenn: Sollte Fenrie merken, dass jemand ihn versucht haben sollte zu linken, würde er sicher keine Gnade kennen. Insofern würde Thanatos ein Allianzangebot mit Fenrie annehmen. Natürlich nur, wenn auch für ihn Vorteile zu erkennen sind und kein Risiko besteht, sich mit ihm anlegen zu müssen.
Auch wenn es bisher zwischen Gargauth und Thanatos Bündnisse gab, so zögert er derzeit diese anzunehmen. Die Raffinesse des Teufels ist ihm wohlbekannt und die Befürchtung neugewonnene Macht oder Wissen durch einen wohlformulierten Kontrakt abgenommen zu bekommen, ist inzwischen gewachsen.
Azuth ist ein von Thanatos selbstgewählter Gegenspieler. Er fördert nicht nur die Weitergabe von Wissen, was Thanatos als potentielle Gefahr für sich sieht, Thanatos Anhänger sind auch in dessen Hallen verpönt. Zugegeben waren seine Anhänger schon immer wenig gut gelitten. Die meisten von ihnen hegten auch vor Thanatos Zuwendung keinerlei Skrupel, verbotenes und gefährliches Wissen zu erlangen und davon Gebrauch zu machen. So spielt Thanatos ein heimtückisches Spiel, indem er seine Anhänger auffordert, dass, wenn sie an von Azuth geschütztem Wissen gelangen wollen, ihre erlangten Kräfte und Erkenntnisse gegen Azuth und dessen Verfechter nach Belieben ausspielen dürfen und auch sollten.
Seine eigentliche Gegenspielerin ist Kerissa. Da er in der Vergangenheit mehrfache Aktionen gegen das Reich Horadrim und dessen Herrscher durchführte, machte er sich dessen Schutzpatronin - Kerissa - zur Feindin. Da er sie für eine ernstzunehmende Gegnerin hält, wird offene Konfrontation mit der Göttin selbst gemieden. Es sei denn er findet einen sicheren Weg, um über sie zu siegen oder sie zumindest zu schwächen. Allerdings hindert ihn das nicht daran ihre Anhängerschaft durch kleine "Machtdemonstrationen" durch ihn oder seine Anhängerschaft auf Trab zu halten.
Die anderen Götter, insbesondere die eine neutrale Gesinnung vertreten, beachtet er mangels drohender Gefahr für ihn selbst und seiner Macht nur wenig. Von Kelemvor weiß er, dass er ihn wohl beobachtet, doch da er selbst noch nie eingegriffen hat, nimmt Thanatos ihn nicht wirklich ernst. Er macht sich eher einen Spaß daraus, necromantisches Tun immer wieder mal zu fördern und einzusetzen. So testet er die Grenzen aus und lotet aus, wie weit er gehen müsste, um Kelemvor aus der Fassung und zu einer Handlung gegen sich und seine Anhänger zu bringen.

bekannte Tempel, Stätten, Avatare, etc. :
Vor langer Zeit wurde Thanatos in Minoc ein Tempel erbaut, welcher jedoch beim Umbau der Handelsstadt dem neuen Bankgebäude zum Opfer fiel. Eine erneute Forderung Thanatos wurde nicht erfüllt. Bis heute gibt es kein gesichertes Wissen um eine neue Gebetsstätte des Thanatos. Allerdings ranken sich Legenden noch um einen Tempel auf Pantagruel selbst, der einst gebaut wurde und dann wieder in Vergessenheit geriet, doch ist dies bisher noch nicht bestätigt worden. Ebenso halten sich Gerüchte, dass einst König Mercutio mit Thanatos um Minoc handelte und ihm Pantagruel zusprach.
Sein damaliger Avatar Yagar wurde damals ebenso zum letzten Mal gesehen wie auch eine von Thanatos Kreationen, welche in dieser Zeit Minoc heimsuchten: die Anima Carnifices.
Er war stets einfach und schlicht gekleidet und trennte sich so gut wie nie von seinem Stab, der wohl eigene Besonderheiten hatte. Das augenfälligste Merkmal war wohl sein kahler Kopf. Seine ruhige, eher unnahbare Art und seine Vorliebe zu Beobachten hätten ihn eigentlich unscheinbar wirken lassen, doch stach er dennoch aus der Menge hervor. Stellte man ihm Fragen, konnte man keine direkte Antwort von ihm erwarten. Auch machte er sich gern einen Spaß daraus, beobachtete Situationen mit zynischen Worten zu kommentieren.
Es ist stark zu vermuten, dass Thanatos sich nach seiner Besinnungsphase und teilweise neuer Vorgehensweise einen neuen Avatar suchen wird, doch ist dieser bis dato nicht gesehen worden.

Es scheint, als wäre Thanatos bedächtiger und vorsichtiger geworden, doch sollte man sich nicht täuschen lassen: Noch immer scheint er unberechenbar. Nur zu gern beschwört er mit Hilfe seines Wissens und seiner Macht Chaos herauf. Manchmal steckt Methodik dahinter, um etwas zu erreichen, doch meist ist es nur, um seine Macht zu demonstrieren und die Reaktionen der Lebewesen zu beobachten. Dabei erfreut er sich an ihrer Hilflosigkeit. So richtet er Zerstörung an, doch nicht weil sein Ziel die Zerstörung der Welt ist, sondern, schlicht und einfach weil er es kann.

Geschichte / Hintergrund:
In einem Abschnitt in der Geschichte der Kerissa findet sich die längst vergessene Legende von Thanatos, die nur wenigen bekannt sein dürfte. Hohepriester der Kerissa und des Thanatos werden jedoch zumeist Einsicht in die Legende um die Herkunft ihrer Götter erhalten. An dieser Stelle erfolgt eine Zusammenfassung der alten Texte:
Vor langer Zeit, auf einer anderen Welt, versuchte Thanatos, ein machtgieriger böser Magier, die Pfade der Unsterblichkeit zu beschreiten. Dazu rief er einen alten Gott der Zerstörung - Nyx - an, der ihm diese versprach, jedoch im Gegenzug von ihm verlangte eine neue Rasse zu erschaffen, die die Welt beherrschen sollte.
Thanatos machte sich ans Werk und durch Intrigen schaffte er es, Krieg zwischen Menschen und Echsenmenschen zu entfachen. Gleichzeitig versprach er den Echsenmenschen sie durch seine Magie zu stärken, was einige sofort annahmen.
Die Carnifex entstanden: eine Verschmelzung von Echse und Dämon. Übermenschliche Stärke und mächtige Magie waren ihnen zu eigen, sowie die Fähigkeit sich in andere Wesen zu verwandeln. So war es ihnen ein Leichtes, Regierungen zu unterwandern und die von Nyx geforderte Aufgabe zu erfüllen. Nyx war beeindruckt und gab ihm ein Teil seiner Macht, erhob ihn damit zum Gott der Carnifex und seinem Seneschall. Doch hatte er seine eigenen Pläne mit den Carnifex: Nyx gab seine Existenz auf und verschmolz sich mit ihnen, mit der Absicht durch ihre Überlegenheit diese und weitere Welten zu erobern und zu herrschen, was ihm wohl auch gelungen wäre, da sie nun zu ihren anderen Stärken zusätzlich noch eine geistige Verbundenheit hatten, um besser koordinieren zu können.
Es bildete sich eine göttliche Allianz gegen die Beiden, und 12 machtvolle Wesen - heute benannt als die 12 Wächter der Schöpfung - wurden ausgesandt sie aufzuhalten: nur sie waren in der Lage die wahre Natur der Carnifex zu durchschauen. Thanatos unterlag letzten Endes und wurde verbannt. Nyx hingegen - bzw. die Carnifex - wurde in eine kleine, speziell erschaffenen, "Taschenebene" zwischen den Welten gefangen gehalten, bewacht von 7 der 12 Wächter. Die übrigen 5 sollten weiterhin die Welten durchstreifen, auf der Suche nach dämonischen Aktivitäten, um weitere, entkommene Carnifex aufzudecken und einzufangen. Jedoch wissen nur die wenigsten der Völker mit denen sie Kontakt hatten, um ihre Motive, sondern beten sie meist als Streiter gegen das Böse und gegen dämonische Mächte an. Thanatos hingegen fand seinen Weg zur Vergessenen Welt und versuchte abermals mit Hilfe der Carnifex weitere Macht zu erlangen, was jedoch eine der Wächterinnen der Schöpfung - Kerissa - aufhalten konnte, indem sie die aufgedeckten Carnifex bannte. Seitdem herrscht Stille um die Carnifex, was jedoch auch trügerisch sein könnte.

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