Rollenspiel der dunkle Lord

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Prolog

'Ich schreibe dies in dem Bewusstsein nieder, das mein Leben von meinen Worten abhängen mag. Ich weiß, was Leid bedeutet. Schließlich befand ich mich lange Zeit in der Gewalt Gargauth, des verborgenen Lords. Wenn er herausfindet, dass ich trotz erkaufter Freiheit diese Schriften verfasse werden meine Qualen unvorstellbar sein. Ich werde dennoch versuchen, als Chronist die Ereignisse zu dokumentieren. Denn niemand kennt ihn besser als ich, Hastur von Cormyr, gefallener Priester Tymoras und derjenige, der das Unglück über diese Welt gebracht hat. Möge man mir meine Taten verzeihen.

1. Kapitel - Der verborgene Lord

'Um Verständnis für die prekäre Lage zu haben, in der sich unsere Welt nun befindet, bin ich bestrebt, mein Wissen über den verborgenen Lord der Welt zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck habe ich mich mit meinem Bruder Refardeon und dem weisen Magier Allasiel zusammengetan um in der Magierakademie die entsprechenden Schriften zu suchen. Erschreckendes kam dabei ans Tageslicht. In einem verstaubten, in schwarze Drachenschuppen gebundenen Buch fanden wir lang verlorenes Wissen über Gargauth. Dieses Buch wurde von einem unbekannten Priester verfasst. Wir geben nur den Inhalt wieder. So hört nun über die Taten des Verborgenen Lords
So lautet der vollständige Name unseres Herrn:
Gargauth, Der Ausgestoßene, Der Herr, der beobachtet, Der Zehnte Lord der Neun, Der Verlorene Höllenfürst, Der verborgene Lord, Gott des Verrates, der Grausamkeit, der Korruption, des falschen Rates, der eigennützigen Ratgeber, der politischen Strippenzieher, der Machtschacherer und der Machthungrigen.
Und dies ist seine Geschichte:
Einstmals war unser Herr einer der Fürsten der 9 Höllen, doch in seinem Willen und Streben nach Macht übertraf die anderen Teufel bei weitem. So wurden die anderen Fürsten neidisch, und unter Führung des dunklen Herrn der Hölle, Asmodius, verschworen sie sich gegen ihn und verbannten ihn aus seinem Palast, auf dass er auf ewig in den Welten der Sterblichen wandele. Doch da Gargauth früher Botschafter der Hölle unter den Sterblichen gewesen war, kannte er diese Welten, und so gelang es ihm rasch, sich einzurichten, Anhänger um sich zu scharen und mehr und mehr an Macht zu gewinnen
Auf diese Weise wurde die Kraft unseres Herrn gottgleich, und heute ist Gargauth die Verkörperung des unausweichlichen moralischen Verfalls und der Korruption, die alle eigennützigen, geizigen und machthungrigen Anführer und Gruppierungen stets begleitet.
Gargauth tritt allen Sterblichen zunächst mit dem Anschein von Mitleid und Güte gegenüber, doch dies verschleiert nur seine Grausamkeit, die am Ende stets umso stärker zutage tritt.
Gargauth hält jedes Abkommen wortgenau ein, doch niemand versteht es besser als er, den Sinn eines Vertrages so zu verdrehen, dass er letztlich nur ihm selbst zugutekommt.
Schon bald wird der Tag anbrechen, an dem unser Herr die 9 Höllenfürsten an Macht übertrifft, doch bis dahin liegt es an UNS, seinen Anhängern, ihm auf diesem Weg zu dienen.
Wisset, daß die Belohnung für jeden von Euch unendliche Macht bedeuten wird.
Hier endet die Schrift. Woher sie kam, was niemand. Selbst Allasiel konnte nichts über die Herkunft des Buches berichten. Trotz intensiver Nachforschungen blieb uns die Herkunft des Buches verborgen. Was ich jedoch berichten kann sind die Umstände, wie Gargauth in die Welt kam:

2. Kapitel - Der sorglose Elf und der Verräter

Auf der Insel des Avatars, welche weit im Süden unserer Welt liegt, befindet sich unter dem Schutz einer Gebirgskette ein Dungeon, welches unter den Gelehrten der Welt als Hythloth bekannt ist. Welches Grauen sich innerhalb dieser Mauern verbirgt, mag jeder für sich selbst herausfinden. Ich habe bei meinen Besuchen dieses Dungeons feststellen müssen, dass sich dort Massen von Untoten Kriegern aufhalten. Doch ich schweife ab...
Die folgenden Ereignisse kann ich nur von Hörensagen wiedergeben, da ich zu diesem Zeitpunkt nicht auf dieser Welt war, sondern meine Seele in den Fängen des Verborgenen gefangen war
Lange vor der Ankunft Gargauth betrat ein Elf diese Welt. Er ist bekannt für seine absolute Sorglosigkeit, so dass er den Beinamen der sorglose Elf trägt. Dieser Elf, Leander Handsome, nahm von Anfang an für sich in Anspruch der wahre Diener Gargauth zu sein. Schnell merkte die Bevölkerung, dass sich Leander entgegen den normalen Gepflogenheiten eines Elfen als ruchlos, durchtrieben und absolut bösartig erwies. Zusammen mit dem Magier Plagg und einer verwirrten psychopathische Menschenfrau, welche sich selbst nur Krähe nannte verbreiteten diese drei Angst und Schrecken unter der einfachen Bevölkerung des Landes. Sie erpressten die erste Handwerkergilde und schreckten auch nicht davor zurück auf den Friedhöfen der Gegend die Untoten in ihrem Kampf gegen das Gute durch Schutzzauber und Heilung zu unterstützen. Als die guten Vereinigungen des Landes hiervon erfuhren und begangen sich zu formieren gründeten die drei die Unheilige Allianz. Welche Folgen dies haben sollte, lies sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausmachen.
So kam es in der Folgezeit, dass Leander weiter durch Erpressungen, Denunzierungen und Lügen der Welt seinen Standpunkt klarmachte, dass sie für ihn zu arbeiten habe und es ihm Vergnügen bereitete Zwietracht und Misstrauen unter der Bevölkerung zu sähen. Seine Seele mag sich von Tag zu Tag verfinstert haben. Jedoch stieß er nicht auf nennenswerten Widerstand. Im Gegenteil. Die meisten Paladinorden oder selbst ernannten Streiter des Guten blieben ob Leanders Handeln untätig.
Zur gleichen Zeit bereiste ein Krieger namens Jebu die Welt. Von ihm berichten die Schriften nicht viel. Allerdings gibt es Berichte, dass er ursprünglich aus einer anderen Welt stammte und dort ein angesehener Streiter für das Gute war. Irgendetwas muss jedoch vorgefallen sein, dass er verflucht wurde und sich dem Zorn des Gargauth zuzog. Unter diesem Einfluss stehend wandte er sich auf der Vergessenen Welt zunächst der Bösen Seite der zu. Jedoch schien der Einfluss auf dieser Welt gebrochen zu werden. Jebu wurde zusehends neutraler, schloss sich Freunden an, die er recht schnell fand und zog immer öfter aus, um das Böse zu bekämpfen. Alles schien sich gut zu entwickeln. Bis er eines Tages als Verräter der Bösen Seite entlarvt wurde und einen hohen Preis zahlen musste. Doch dazu später mehr.

3. Kapitel - Die Beschwörung des Verborgenen und die Strafung des Verräters

Im Dungeon Hythloth befinden sich mehrere Beschwörungskreise. Wer sie dort gezeichnet hat weiß niemand. Sie mögen sich seit Anbeginn der Zeit dort befinden. Jedoch verdunkelte sich der Himmel über der Insel des Avatars an jenem Tag, an dem Unbekannte das unfassbare wagten, und Gargauth, den Verborgenen, in unsere Welt zu holen. Unter zuckenden Blitzen wurden lang verlorenen geglaubte Beschwörungsformeln intoniert, Opfergaben gebracht und letztendlich die Beschwörung vollendet. Da stand er, ein Fürst der Hölle. Ledrige Schwingen wuchsen aus seinem rotbeschuppten Körper und gewaltige Hörner zierten seinen Schädel. Groß wie ein Haus und muskelbepackt war er ein wahrhaft furchterregender Anblick. Entsetzt stieben die Beschwörer auseinander, in heller Panik der Kreis könnte unterbrochen werden und die Bestie würde frei kommen. Gargauth blickte sich um, einen Moment leuchteten seine gelben Augen vor Zorn, jedoch verzog sich seine Miene zu einem zufriedenen Lächeln, als er erkannte, wer dort vor ihm stand.

IHR SEID ES WAS BEGEHRT IHR VON MIR MEIN DIENER?

Ungeduldig blickte Gargauth eine in schwarz gekleidete Person vor sich an. Meister, ich habe euch gerufen, da ich der Meinung bin, diese Welt hier würde Euch gut zu Gesicht stehen. Ihre Einwohner sind schwach, leicht zu korrumpieren und ihr könnt Euch am Machtstreben der Einzelnen laben. So wie ich es seit geraumer Zeit tue. Hinzu kommt, dass es ein Leichtes sein wird, hier genug Anhänger zu finden, auf dass ihr Eure Macht vergrößern könnt. Denn wisset, Meister, die Menschen hier sind leicht beeinflussbar Maliziös lächelnd verbeugte sich die schlanke Gestalt vor dem Baatezu.

SO LASST MICH FREI dröhnte die Stimme Gargauth. ICH SPÜRE DIE PRÄSENZ EINER PERSON DIE MICH VERRATEN HAT. ICH WÜRDE IHR GERN EINEN BESUCH ABSTATTET.
Immer noch lächelnd beugte sich die schwarze Gestalt vor und wischte mit flinken und geschickten Bewegungen etwas des mit Blut gefärbten Knochenpulvers, welche die Ränder des Beschwörungskreises verstärkten zu Seite. Ihr seid frei, Meister hauchte sie. Gargauth trat aus dem Kreis, und mit nur einer Handbewegung zerfiel ein anwesender Skeletton-Knight zu Staub. NUN LASST UNS GEHEN! Nach einer weiteren Handbewegung des Wesens verschwanden alle Anwesenden in einer Rauchwolke und es blieb nichts weiter zurück, als der zu Staub zerfallene Körper des Skeletton-Knights und die Geräusche der weiter entfernten Untoten
Nichts ahnend, welches Schicksal ihn nun erleiden sollte kehrte der Krieger Jebu von einem seiner Feldzüge aus Covetous zurück. Blutverschmiert steckte er seine durch zahlreiche Schläge gegen Echsenmenschen schartig gewordene Klinge zurück in die Scheide. Das wird wieder einiges an Zeit kosten, sie wieder zu schärfen, dachte er bei sich. Jedoch war er mit sich und der Welt zufrieden. Herzlich verabschiedete er sich von seinen Gefährten. Er war müde und hungrig und wollte schnell zu seinem Zelt zurückkehren und den Abend bei einer heißen Suppe und einem Humpen Met ausklingen lassen. So ritt er schnell die Straße entlang und kehrte nach einem kurzen Ritt zurück zu seinem Heim. Dort versorgte er schnell sein Pferd und betrat das Zelt. Das etwas nicht stimmte, viel ihm recht schnell auf. Seine durch den Kampf geschulten Sinne schlugen Alarm. In der Ecke des Zeltes saß eine im Dämmerlicht von Fackeln kaum zu erkennende Gestalt. Sie war gehüllt in einen schwarzen Feldharnisch. An ihrer Seite hing ein blutrotes Schwert, welches leicht zu pulsieren schien. Lange, weiße Haare fielen der Gestalt bis auf die Schulten. Das Gesicht war, soweit zu erkennen, bleich. Kalte Augen blickten Jebu erwartungsvoll an. Ich verbringe schon eine gewisse Zeit hier und muss sagen, dass die Wartezeit meiner Laune nicht sonderlich zuträglich war sagte die Gestalt. Jedoch ist es mir nun ein größeres Vergnügen mich mit Euch über Euren Verrat zu unterhalten. Jebu stutze. Wer war dieser Mann, der sich die Frechheit herausnahm einfach sein Zelt zu betreten? Jedoch machte ihn irgendetwas stutzig. Eine nicht näher fassbare Bedrohung ging von ihr aus. Angespannt blickte Jebu zurück, die Hand langsam zu seinem Schwert gleitend. Wer seid ihr, und was wollt ihr von mir? Setzt Euch doch, forderte die Gestalt Jebu auf. Sicherlich vermag ich es, etwas Licht in diese Angelegenheit zu bringen. Leise kichernd wies er Jebu einen freien Stuhl zu. Obwohl er sich zunächst gegen diesen Ton wehren wollte, blieb Jebu nichts anderes übrig, dem Anweisungen des Fremden zu folgen. Warum mache ich das? dachte er bei sich. Ich sollte diesem Rüpel zeigen, wer hier Forderungen zu stellen hat. Schweigend setzte er sich, wie angewiesen.
Genug der Höflichkeiten, Jebu. Ich hatte Euch gewarnt sich nicht gegen mich zu stellen. Dennoch habt ihr mich verraten. Die Strafe dafür sollte Euch bekannt sein Ihr? Aber... Das kann... Jebu erzitterte. Die Gestalt in dem Plattenpanzer lachte. Oh doch, es kann. Und nun beweist einen letzten Funken Ehre, in dem ihr Eure Strafe akzeptiert Jebu wurde ebenso bleich wie sein Gegenüber. Seine Hand Griff nun nach dem Schwert. Hastig zog er seine Hand zurück, als er feststellte, dass der Griff glühend heiß war. Seid nicht albern. Ihr könnt mir nichts anhaben. Ihr habt einen Schwur geleistet. Und ich bin hier um Euch für Euren Treuebruch zu strafen Die Gestalt erhob sich. Ein rötliches Leuchten ging nun von ihr aus. Verlasst das Zelt. Bringen wir es hinter uns gegen seinen Willen tat Jebu, wie ihm geheißen. Draußen gewann das Leuchten, welches die Gestalt nun umgab an Intensität hinzu. Jebu starrte in dieses Leuchten und war wie hypnotisiert. Mittlerweile war es ihm nicht mehr möglich die Gestalt in dem stärker werdenden Leuchten auszumachen. Das Leuchten erstarb. Vor Jebu stand Gargauth in seiner wahren Form. Du hättest auf mich hören sollen, stolzer Krieger - Gargauth holte aus und eine seiner klauenbewehrten Pranken traf Jebu am Brustkorb. Doch wisse in der Sekunde Deines Todes, dass ich nicht eher ruhen werde, ehe ich nicht meine Rache an Dir und allem die Dir hier etwas bedeuteten beendet habe. Ein weiterer schwerer Schlag traf Jebu am Kopf. Das Letzte, was er wahrnahm, war das grausame Lachen des Baatezu, der sein erstes Opfer in der Vergessenen Welt gefunden hatte.

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