Rollenspiel Vorgeschichte

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01. Kapitel - Die Botschaft

Mein Name ist Tofolus, der Sohn des Merklos. In der Stadt Vesper ging ich aufgrund meines Berufes verschiedensten Bankgeschäften nach und führte so die alte Tradition unserer Familie weiter. Gerne beauftragten mich Helden, Wanderer und Magier ihre Wertgegenstände für sie aufzubewahren und zu verwalten. Meine Bewunderung für ihr Leben ließ sich nur schwer für mich verbergen. Tag ein Tag aus stand ich hier in meinem Laden und umgab mich mit toten Dingen und sah die Menschen an mir vorüberziehen in ein neues Abenteuer. Mit einem Seufzen musste ich mir eingestehen, dass ein solches Leben für mich jedoch untragbar sein würde und ich mein Leben lang nur davon träumen könne.
An einem lauen Sommerabend beschloss ich einen anderen Weg nach Hause zu nehmen, um die Natur in vollen Zügen zu genießen. So führte mich meine Laune den schmalen Weg am Waldrand entlang. Ich genoss die frische Luft, bis ein unheimliches Geräusch an mein Ohr drang.
Zitternd, aber doch von meiner Neugier gepackt, schlich ich in die Nähe eines Gebüsches im Wald. Plötzlich, als ich die lästigen Zweige aus dem Weg gedrückt hatte, sprang mich etwas an und warf mich zu Boden. In meinem Augenwinkel sah ich nur den Schwanz eines offensichtlich aufgeschreckten Tieres, das sich auf schnellstem Wege wieder in das nächste Gebüsch flüchtete. Erleichtert über diesen harmlosen Vorfall konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen und sammelte meine verlorenen Sachen aus dem Gras wieder auf. Über das nun wieder aufgetauchte Rascheln im Gebüsch erschreckte ich mich nicht mehr, jedoch umso mehr über den blutüberströmten Körper, der plötzlich zu meinen Füßen fiel. Wie versteinert stand ich da und wusste nicht wie mir geschah. Saures stieg in meiner Kehle hoch und meine Schuhe färbten sich blutrot.
Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis ich mich traute mich zu bewegen und bemerkte ein leichtes Zucken der Gliedmaßen des Körpers vor mir. Trotz meines Ekels beugte ich mich herunter und drehte die Person auf den Rücken. Der Mann hatte ein grausam von Schmerz verzerrtes Gesicht und atmete nur sehr schwer. Während ich mir einige Fetzen Stoff vom Körper riss, um die tiefen Wunden zu verbinden, rief ich aus Leibeskräften nach Hilfe. In der Hoffnung die Stadtwachen würden mich hören, obwohl ich mich schon zu weit von der Stadt entfernt hatte. Keuchend versuchte er mir etwas zu sagen, doch seine Worte wurden teilweise von dem Blut verschluckt, was aus seinem Mund quoll. Mehr als die Wortfetzen von Finsternis, Tot, Angriff und böse verstand ich nicht. Ich versuche den Mann zu beruhigen und sagte ich würde Hilfe holen. Da packte er mich mit einem wundersam festen Griff am Handgelenk fest und zog mich zu sich herunter. Was ich nun hörte, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren und ich fiel vor Schreck auf den Boden. Halb krabbelnd bewegte ich mich in Richtung Vesper, wo ich schon die Stadtwachen mir entgegenkommen sah. Ich zeigte nur auf den Körper und rief: Holt einen Heiler! Schnell! Langsam kam ich wieder auf die Beine, doch den Anblick des Mannes konnte ich nicht vergessen und musste mich im nächsten Gebüsch übergeben. Noch immer spuckten seine Worte in meinem Kopf herum und mir wurde kalt. Was es nur bedeuten sollte? Ich murmelte immer nur seine Worte: DAS BÖSE ES IST NAH, IH SEID DIE LETZTEN MENSCHEN AUF DIESER WELT.
Es dauerte einige Zeit bis ich mich wieder dem grauenvollen Anblick stellen konnte und obwohl ich unendlich viele Fragen hatte, traute ich mich nicht sie dem Mann zu stellen. Ein Heiler und ein paar Stadtwachen waren derweil herbeigeeilt, doch viel konnten sie nicht mehr ausrichten und der Mann starb vor unseren Augen.
Es kehrte eine Totenstille ein und keiner traute sich diese Stille mit auch nur einem Wort zu brechen. Immer mehr Stadtbewohner erreichten nun den Ort des Schreckens, doch keiner vermochte nur ein Wort zu verlieren. Schließlich stammelte ich in die Menge herein: Dieser Mann hatte eine Botschaft für uns, so glaube ich. Und ich wiederholte mehrmals die schrecklichen Worte bei denen es mir jedes Mal eiskalt über den Rücken lief. Ein Murmeln und Raunen ging durch die Menschen und überall legten sich die Gesichter in tiefe Falten. Ich bemerkte einen Mann in den hinteren Reihen, der auffallend blass wurde und am ganzen Körper zitterte. Plötzlich drehte er sich um, verbarg sein Gesicht unter seiner blauen Robe und eilte zurück nach Vesper. Eine Frau die neben ihm stand rief nur: Maloros, Maloros wo wollt ihr hin? Wartet auf mich! Jetzt wusste ich wer es war. Nur was veranlasste diesen alten und gutmütigen Magier so überstürzt aufzubrechen und was hat ihn in eine solche Angst versetzt?
Der restliche Tag wollte einfach nicht an mir vorüberziehen und auch die Nacht brachte mir nicht die Ruhe die ich mir so wünschte. Geplagt von schrecklichen Alpträumen wälzte ich mich in meinem Bett hin und her. Die Schatten an der Wand, die mir sonst so vertraut waren, flößten mir heute Angst ein und der Anblick des Mannes wich nicht aus meinen Gedanken. Was mich aber noch mehr besorgte waren seine Worte, die ich einfach nicht verstehen konnte. Vor Erschöpfung und Übermüdung musste ich wohl doch irgendwann zu später Stunde eingeschlafen sein.

02. Kapitel - Der König

Ein lauter Knall riss mich aus meinem Schlaf, den ich mir so sehnlichst gewünscht hatte. Mein Fenster war von einem heftigen Windstoß aufgesprungen und klapperte ungleichmäßig gegen die Wände. Regen wurde von dem Wind in mein Schlafzimmer geweht und alles war dunkel. Der Mond, der mir sonst in meinem Zimmer etwas Licht spendete, war hinter tiefen dunklen Wolken verborgen. In dem Schwarz vor meinem Fenster tanzten einzelne Flammen von Fackeln und die Stille der Nacht wurde nicht nur durch das Unwetter gestört, sondern auch durch angsterfüllte Schreie von Menschen.
Ich zitterte am ganzen Leibe und hatte meine Gedanken wieder bei dem Mann und seinen Worten. Sollte es soweit sein? Mit unbeschreiblicher Angst raffte ich ein paar Sachen zusammen und stürzte vor die Tür.
Als ich zum Himmel blickte, sah ich unter den dunklen Wolken einen riesigen noch schwärzeren Schatten, der ganz Vesper wie einen Mantel umhüllte. Jedoch was dieses Etwas sein sollte konnte ich nicht erkennen. Die Schreie wurden intensiver und lenkten meine Aufmerksamkeit in Richtung Friedhof. Warum mich diese Schreie magisch anzogen wusste ich nicht, aber ich stolperte Richtung Friedhof.
Der Anblick der sich mir nun bot, würde ich wohl nie in meinem Leben vergessen können. Ein riesiges, grün geschupptes Ungetüm stand mitten auf dem Friedhof und breitete seine Flügel aus, um seine Kreise dort zu ziehen. Aus seinem Maul drang ein heißer Feuerodem und obwohl ich noch weit entfernt war, spürte ich das Brennen auf meiner Haut. Tapfere Männer aus Vesper fielen um wie die Fliegen, als sie versuchten sich dem Ungetüm mit ihren Waffen zu nähern.
Erst später bemerkte ich, dass dies nicht der einzige Gegner war, den die Männer zu bekämpfen versuchten. Hunderte kleinere Wesen, aber immer noch groß genug, um jeden Mann zum Fürchten zu bringen, stampften wie eine dunkle Armee über den Friedhof hinweg. Der grauenhafte Anblick wurde noch durch die Massen an Untoten, die sich taumelnd zwischen den Mengen bewegten, unterstützt. Und es wurden immer mehr. Jeder tapfere Krieger der sein Leben lassen musste, taumelte Sekunden später wieder unter den Monstern. Das Blut war noch nicht trocken und auch die merkwürdig abgeknickten Gliedmaßen, störten sie nicht ihren Weg fortzusetzen. Alte Gräber brachen auf und die Erde spuckte noch mehr unheimliche Wesen hervor. Ich erkannte meinen toten Vater oder besser gesagt was von ihm übrig war. Seine leeren Augen flößten mir Angst ein und seine Haut blätterte von ihm herunter wie Pergament. Dies löste meine Versteinerung und mein Magen drehte sich schon wieder. Doch weitere Zeit, um meine Lage zu überschauen, blieb mir nicht und ich sah wie einige Wesen auf mich zu stürmten. Von der Angst gepackt lief ich wieder in Richtung Vesper zurück. Die ganze Zeit spürte ich ihren heißen Atem in meinem Nacken, doch als ich die Brücke zu Vesper erreichte und zurück blickte, konnte ich kein Wesen mehr sehen.
Als ich den ersten Fuß auf die Brücke setze, spürte ich einen stechenden Schmerz in meinem Bein. Eine riesige Ratte sprang aus dem Wasser auf mich zu und biss mich. Mit einem festen Tritt konnte ich die Ratte zwar auf Abstand bringen, jedoch verlor ich dadurch das Gleichgewicht und stürzte nach hinten, dass mir die Luft wegblieb. Wehrlos auf dem Rücken liegend wartete ich auf den nächsten Angriff der Ratte und schloss meine Augen. Statt des erwarteten Schmerzes hörte ich nur das jämmerliche Quietschen der Ratte und öffnete meine Augen wieder.
Ich sah einen Ritter in einer schimmernden goldenen Rüstung, mit einem goldenen Schwert und einem prunkvollen Schild. Er brachte in die Dunkelheit wieder ein wenig Licht zurück, so wie er stolz und voller Anmut vor mir stand.
Doch es war kein üblicher Ritter, wie es sich herausstellte, sondern, der König selbst. König Horadrim, der Mächtige. Und er war nicht alleine. Hunderte von Männern sah ich in seinem Gefolge soweit mein Auge reichte. Und ich hatte Hoffnung.
Der König half mir auf die Beine zu kommen und sagte mit tiefer fester Stimme: Habt Dank für Euren Mut und Eure Tapferkeit. Dank Euch ist Vesper nicht schutzlos ausgeliefert. Ich schaute beschämt zu Boden und schluckte: Ich habe nichts getan, aber Ihr habt mir mein Leben gerettet. Der König lächelte und befahl seinem Gefolge den Angriff.

03. Kapitel - Die Schlacht

Die festen Tritte der Kämpfer gingen in einen Rhythmus über. Stolz für ihren König kämpfen zu dürfen, setzte sich die Armee in Bewegung und allen voran der König. Dieser Anblick fesselte mich so sehr, dass ich warten musste, bis auch der letzte Mann an mir vorüberzog. Ich blickte nach Vesper und murmelte vor mich hin: Jetzt wird alles wieder gut!
Die mutigen Kampfgesänge waren laut und weit in die Wälder zu hören. Doch plötzlich verstummten sie und als ich wieder in Richtung Friedhof blickte, sah ich einen dunklen Schleier sich über den Friedhof legen. Er nahm alles in sich auf, was in seine Nähe kam und verschluckte jeden einzelnen Mann, der so stolzen Armee. Mein Herz blieb stehen und meine Gedanken wurden leer. Etwas blitzte wie ein einzelner Stern in einer dunklen Nacht durch diesen Schleier. Angezogen von diesem Blitzen und ohne einen klaren Gedanken zu fassen, eilte ich in dessen Richtung. Ob ich diesen Mut gehabt hätte dorthin zu laufen, wenn ich bei klarem Verstand gewesen wäre, glaube ich nicht.
Ich sah den König am Boden liegen. Seine goldene Rüstung war an verschiedenen Stellen aufgeplatzt und es quoll Blut aus diesen Wunden. Sein Schwert und Schild hielt er fest in der Hand, doch er konnte nur kriechen und der unsagbare Schmerz war in seinen Augen zu lesen. Kein einziger Mann seiner so großen Armee war übrig geblieben, doch den Göttern sei Dank, der König wurde verschont. Ich stützte den König und zog ihn mit mir in Richtung Vesper. Zeit zurück zu blicken hatte ich nicht und wie ich es schaffte den König sicher nach Vesper zu bringen wusste ich im Nachhinein auch nicht mehr.
Überall in den Straßen war es leer, doch als ich den Marktplatz erreichte fand ich eine große Anzahl an Kinder, alten Menschen, Frauen und einigen anderen, die sich schutzsuchend aneinander geklammert hatten und wimmerten. Als sie den König und mich sahen, kamen auch schon einige auf uns zu und nahmen mir den König ab, um ihn zu versorgen.
Nun sah ich zum erstmals zurück und konnte eine riesige schwarze Wolke erkennen. Sie hatte das dunkelste Schwarz, das ich je gesehen hatte und verschluckte einfach alles in sich. In diesem Augenblick hatte ich zwar keine Angst mehr, aber eine Kälte und eine Gleichgültigkeit überlief mich. Ich hatte wohl in dieser kurzen Zeit mehr Tod und Verderben gesehen, wie es ein Ritter und Held es jemals in einem ganzen Leben erlebt hatten.
Ich erinnerte mich an die Worte des sterbenden Mannes und ich fühlte Zorn in meiner Brust. Nach einer Waffe suchend, schaute ich mich um, doch dann fiel mir ein, dass ich nichts mit ihr ausrichten könnte, wenn es eine ganze Armee schon nicht schaffte. Betroffen blickte ich nach unten und murmelte: Jetzt ist es wohl vorbei mit uns.

04. Kapitel - Das Artefakt

Eine Hand berührte mich an der Schulter und ich sah nach oben. Ich blickte dem Magier Maloros direkt in die Augen und er hatte ein sanftes Lächeln auf seinem Gesicht. Wir müssen nicht sterben. Es gibt noch eine Möglichkeit das Böse vor Vesper aufzuhalten. Er zog einen Stab, der an seinem Ende eine hellblaue Kugel aufwies, aus seiner Robe hervor und sprach weiter: Dieses Artefakt wird uns alle schützen, doch kein Mensch oder Wesen ohne königliches Blut, kann die Macht des Stabes wecken. Als ihr den König gerettet habt, habt ihr gleichzeitig auch unsere Stadt gerettet. Ich hoffe nur der König wird die Kraft haben das Ritual mit mir zu vollziehen.
Gestützt von zwei Männern, humpelte der König auch schon auf Maloros und mich zu. Er hatte unser Gespräch gehört und sprach mit fester Stimme: Ich bin bereit! Zeigt mir was ich zu tun habe, um uns und Vesper zu retten!
Maloros erklärte mit einer unsagbaren Ruhe was der König zu tun und zu sagen hatte, als ob die große schwarze Wolke noch Tage entfernt sei und nicht kurz über unseren Köpfen hing. Endlich erhob sich der König und umschloss den Stab fest mit seinen Händen und hielt ihn zum Himmel. Er sprach ein paar Worte in einer fremden Sprache und plötzlich fing die Kugel an hell zu leuchten. Das Leuchten wanderte auch zum Stab und schließlich leuchtete unser König. Es war so hell, dass meine Augen zu Tränen anfingen und ich nur zwinkernd etwas von dem weiteren Geschehen mitbekam.
Die Helligkeit breitete sich langsam aber unaufhörlich aus. Erst umschloss sie uns und dann ganz Vesper. Die schwarze Wolke wurde mehr und mehr zurückgedrängt, bis sie schließlich ganz am Horizont verschwand.
Die Wolke war nun zurück gedrängt, jedoch die Monster berührte dies wenig. Mit leuchtenden, jedoch leeren Augen, stampfte die finstere Armee noch immer in Richtung Vesper mit dem Vorhaben alles Leben dort zu vernichten.
Der König war von seinem Ritual sichtlich geschwächt und sank erschöpft zu Boden. Ein Skelettkrieger hatte es mittlerweile geschafft die Brücke zu überqueren und stürmte mit einem Klappern und Knirschen auf den König zu. Ein rostiges Schwert und ein von Moos bedecktes Schild schwang er um seinen Kopf herum. Maloros sprach ein paar fremde Worte und ich warf mich zwischen das Skelett und den König, ohne Angst um mein eigenes Leben. Ich fühlte nur noch einen starken Wind aufziehen, bevor mich das Skelett an der Schulter traf und sank dann in unendliches Schwarz.
Als ich meine Augen wieder öffnete, fand ich mich in meinem eigenen Bett wieder. Die Sonne schien durch mein Fenster und ich reckte mich in sauberen weißen Laken. Meine Schulter schmerzte noch und ich tastete den dicken Verband ab. Sie war auch der einzige Grund, der mich gewiss werden ließ, dass ich die ganzen schrecklichen Geschehnisse nicht geträumt hatte.
Die Tür ging auf und eine Frau betrat mein Zimmer. Ihr Gesicht strahlte, als sie mich aufrecht in meinem Bett sitzen sah und sagte: Ahhh, Ihr seid wieder wohl auf. Ich hoffe Eure Schulter schmerzt nicht zu sehr. Ich habe sie so gut ich konnte versorgt, aber Ihr werdet wohl eine große Narbe zurückbehalten. Ich lächelte sie an und bedankte mich für ihre Fürsorge, aber noch mehr interessierte mich natürlich, was nach meiner Bewusstlosigkeit geschehen war. Sie sagte: Seht nur selbst, ich führe Euch hinaus. Etwas frische Luft wird Euch gut tun.
Noch etwas schwindelig und gestützt durch diese gute Frau, zog ich mich an und wagte mich vor mein Haus. Die Welt und Vesper hatte sich verändert. Die Stadt befand sich unter einer riesigen durchsichtigen Kuppel, in der alles friedlich seinen alten Gang lief. Doch dass es nicht so friedlich war, sah man am Rande der Kuppel wo noch viele Monster auf und ab liefen. Teilweise schlugen sie wutentbrannt gegen die Kuppel, doch sie gab den festen Schlägen nicht nach.
Auf dem Marktplatz standen Leute dicht gedrängt um etwas was sehr hell leuchtete, doch ich konnte nicht erkennen was es war. Ich trat näher und die Menschen machten mir Platz, um zu sehen was dort vor sich ging. Maloros stand umgeben von einem hellen Licht inmitten der Menge. Er war unbeweglich wie eine Statur und hatte die Augen geschlossen. Das Artefakt hielt er fest in einer Hand zum Himmel hinauf gestreckt. Die Frau neben mir sagte: Er hat uns alle mit seiner selbstlosen Tat gerettet. Mit König Horadrims Hilfe beschwor er die Macht des Stabes und versetzte sich in Trance, dass er der Belastung standhält, solange wir den Schutz des Artefaktes brauchen.

05. Kapitel - Die Freiheit

Es zogen die Jahre ins Land. Vielleicht waren es zehn oder auch etwas mehr. Meinen früheren Geschäften ging ich seit den schrecklichen Ereignissen nicht mehr nach. Stattdessen bildete ich mich in der Kunst des Schwertes und in der Magie aus. Mich überraschte, dass die wenigen Menschen, die mit mir unter der Kuppel lebten auch nach so langer Zeit ihren Willen nicht gebrochen hatten, in der Hoffnung das Böse in der Welt draußen zu vernichten. Es sollte der Tag kommen, wenn wir uns dem Bösen stellen und die Kuppel verlassen werden. Der König hatte sich bestens erholt und sammelte wieder eine kleine, aber umso tapfere Armee um sich. Es sollte bald soweit sein, dass wir Maloros aus seinem langen, tiefen Schlaf wecken und uns vor die Tore der Stadt außerhalb der Kuppel wagen werden. Keiner wusste, was uns erwarten würde, wenn wir die Vergessene Welt wieder betreten.
Eines Tages befahl der König sein ganzes Volk zu sich in sein Schloss. Der Tag der Freiheit schien gekommen. Jung und Alt versammelte sich in den Toren des Schlosses und der König trat in seiner goldenen Rüstung auf den Balkon und sprach zu uns: Mein treues Volk, der Tag ist angebrochen. Wir sind bereit uns dem Bösen zu stellen. Heute werden wir unseren guten Maloros aus seinem Schlafe erwecken und unsere ersten Schritte in die Vergessene Welt wagen können. Sammelt Euch auf dem Marktplatz um von dort aus aufzubrechen.
Maloros war umgeben von vier Magieren, die sich in alle Himmelsrichtungen aufstellten. Sie fingen an seltsame Worte in einer mir fremde Sprache zu sprechen und bewegten ihre Hände in einem bestimmten Rhythmus zu ihrem Sprechgesang. Maloros fing an immer heller zu leuchten und diese Helligkeit trieb mir wieder Tränen in die Augen. Blinzelnd bemerkte ich wie langsam wieder Leben in Maloros Körper zu fließen begann. Seine Brust hob und senkte sich und seine Gliedmaßen zuckten leicht. Plötzlich löste sich das Artefakt aus seiner Hand und fiel zu Boden. Die Kuppel wurde von Rissen durchzogen und mit einem lauten Knall sprengte sie sich in alle Richtungen. Noch eine ganze Zeit standen wir alle sprachlos auf unseren Stellen und wagten uns nicht zu rühren. Als wir endlich zur Besinnung kamen, bemerkten wir die Schwäche von Maloros und ein paar Männer trugen ihn davon, dass er sich ausruhen konnte, bis seine Glieder wieder seinen Befehlen gehorchten. Ich konnte nicht begreifen, wie man bei solch einer Erschöpfung noch die Kraft hatte zu Lächeln, aber genau dies tat er als sie ihn wegbrachten. Und der Menge sah man die Begeisterung an, die über sie kam, als sie wussten Maloros geht es gut.
Nun waren wir frei. Der König befahl zum Aufbruch in das Land und wir teilten uns in mehrere kleine Gruppen und strömten in alle Himmelsrichtungen aus.
Ich selbst befand mich in einer kleinen Gruppe von Männern. Eigentlich waren sie noch halbe Kinder. Sie waren jung als die Wolke und das Böse uns gefangen nahmen. Jedoch waren wir halbwegs gut ausgerüstet. Zur Vorbereitung blieb uns ja auch genug Zeit.
Unser Weg führte uns an dem Friedhof vorbei, wo ich damals so viele tapfere Männer um ihr Leben kämpfen sah. Es stank fürchterlich und der Anblick war umso grausamer. Die Hälfte meiner Gruppe musste sich übergeben und auch mir drehte sich der Magen. Soweit unser Auge reichte lagen Gebeine in merkwürdig zusammen gekrümmten Haltungen oder auf Haufen. Trotz unseres Ekels wussten wir, dass wir die armen Körper begraben sollten, damit ihre Seelen endlich den verdienten Frieden finden können. Als tapferer Ritter zu sterben und wie weggeworfen einfach da zu liegen ist wohl das schlimmste was passieren kann. In Ehre haben diese Männer für ihren König gekämpft und sind gefallen. Jetzt hatten sie es auch verdient angemessen begraben zu werden. Wir hatten den ganzen Tag damit verbracht Gräber auszuheben und die Toten zu begraben. Zu weiteren Erkundungen waren wir dann auch nicht gekommen, aber jeder der Gruppe wusste, dass wir etwas Sinnvolles getan hatten.

06. Kapitel - Der Blood Wisp

Als wir aufbrechen wollten, wurde ich von einem Mann angestoßen und er zeigte auf einen in der Nähe befindlichen Platz. Jetzt hörte ich es auch. Dort war ein Rascheln und Knacken, obwohl kein Busch oder Baum weit und breit zu sehen war. Ich hob mein Schwert und Schild, in der Erwartung einen Angriff abwehren zu müssen. Der Rest meiner Gruppe machte sich auch bereit, aber sie waren kaum im Stande ihre Schwerter bei ihrem Zittern fest zu führen und ich machte mir Sorgen. Eine Schweißperle rann mir über die Stirn in meine Augen und ich versuchte den beißenden Schmerz wegzuwischen. Genau in diesem Moment schoss ein Schatten direkt neben mir vorbei und ich schlug nach ihm. Meine Schläge gingen jedoch nur in die Leere der Luft und in mir stieg Panik auf.
Mein Herz schlug wie wild und ich verlor jedes Gefühl für meine Umgebung. Mir wurde schwindelig. Einer meiner Begleiter verfolgte den Schatten in eine Mauerecke, wovon es kein Entrinnen gab.
Was ich jetzt sah, schlug mir die Stirn in Falten. Es war ein dunkelrotes, pulsierendes Licht und es lebte. Wie ein großer, lebender Stern, der vom Himmel gefallen ist, schwebte es vor uns. Magisch zog uns alle dieser Anblick an und wir konnten uns nicht bewegen oder auch nur ein Wort sagen. Der Bann wurde erst gebrochen, als dieses Etwas zu sprechen begann.
Seid gegrüßt ihr Menschen! Ich habe schon lange auf Eure Ankunft und auf Euer Ausbrechen aus Eurer sicheren Kuppel gewartet. Ihr werdet meine Rasse nicht kennen, wie ich schon in Euren Augen sehe. Ich bin ein Blood Wisp und es gibt noch mehr meiner Art. Unsere Heimat liegt in einer für euch fremden Welt und noch kein Sterblicher hat sie jemals betreten. Wir haben seherische Fähigkeiten und haben die Finsternis kommen gesehen. Leider konnten wir Euch nicht mehr vor dem Bösen warnen. So wie Ihr damals bedroht wart, so bedroht das Böse heute uns. Wir brauchen Eure Hilfe es zu vernichten. Es wird auch wieder euch angreifen, sobald es mit uns fertig ist. Wir sind nur noch wenige und unser Tempel wird zerstört und von Blut besudelt. Bitte helft uns schnell, die Zeit drängt! Ich werde Euch ein Tor zu unserer Welt öffnen, wenn ihr mit mir mitkommt. Nun was sagt ihr?
Ich war entsetzt und als ich an die Geschehnisse von damals dachte, stieg eine große Wut in mir auf. Ich kann nur für mich reden, aber ich werde mit Euch gehen. Ich kann es nicht zulassen, dass das Böse so viel Unheil anrichtet und ich werde für Euch und unseren König kämpfen! Der Blood Wisp funkelte vor Freude und wirbelte um mich herum. Meiner Gruppe stand die Angst in den Augen geschrieben und mit einigen Ausreden versuchten sie sich aus dieser Sache herauszuwinden. Es war mir auch nicht sonderlich unrecht gewesen. Sie waren alle noch so jung und werden gebraucht, wenn unsere Stadt direkt angegriffen wird.
Ich schlug dem Blood Wisp vor, weiter in unserer Welt zu fragen und versicherte ihm, dass es sicher noch einige tapfere Menschen gab. Etwas betrübt, aber noch voller Hoffnung, nahm er meinen Ratschlag an. Bevor er davon flog zauberte er noch das versprochene Tor und ich ging hindurch.
Ich befand mich in einem Raum. Keine Tür befand sich dort, wo ich hätte hingehen können und ich fragte mich was ich hier tun sollte. Was hatte der Wisp mit mir vor? Ich setzte mich auf einen Absatz einer Treppe und sah die Sterne, die draußen funkelten. Wie lange ich wartete, wusste ich nicht. Plötzlich sah ich in einer Ecke wieder ein Tor, so wie dieses was mir der Blood Wisp aufgemacht hatte. Doch bevor ich dieses durchschreiten konnte, standen plötzlich zwei Männer und eine Frau vor mir. Alle waren in schwere Rüstungen gehüllt und bereit zum Kampf. Ich stellte mich ihnen vor und erfuhr wer sie waren. Sie kamen aus meiner Welt und hießen Death Angel, Logain al Mondra und Maegwin. Ob noch mehr Kämpfer kommen sollten wusste keiner von uns und wir warteten. Es verging wieder eine Weile, bis sich wieder ein Tor auftat. Doch dieses Mal kam kein Mensch heraus und wir durchschritten alle dieses Tor.
Wir standen vor einer riesigen Treppe und auch der Blood Wisp war wieder bei uns. Dies ist unser Tempel. Wir müssen uns beeilen er ist schon fast zerstört. Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht und mit Euch kämpfen. Ich bin Euch unendlich Dankbar, dass ihr uns helfen wollt.
Wir brauchten kein Wort zu verlieren und nickten uns gegenseitig zu.
Sehr vorsichtig bewegten wir uns in den Tempel und der Anblick der sich uns bot war schauderhaft. Mehrere Echsen standen uns gegenüber. Und die dunkel geschuppten Wesen setzten sich zum Angriff in Bewegung. Und ohne nachzudenken stellten wir uns den leeren und vernichtenden Augen zum Kampf. Der Blood Wisp warnte uns vor den gefährlichen Bissen dieser Lessaths, wie er sie nannte. Es entbrannte ein grausamer Kampf und die Echsen stellten sich als zähe Gegner heraus. Ohne die große Hilfe des Blood Wisp wären wir ihnen sicher unterlegen gewesen. Er hatte große magische Kräfte und er belegte uns mit Schutzzaubern und heilte uns. Unter unseren Schlägen und die Magie des Wisp, schlugen wir eine Echse nach der anderen nieder. Wir hatten harte Schläge einzustecken und unsere Rüstungen färbten sich blutrot. Doch keiner von uns hatte Zeit den Schmerz zu bemerken oder sich ihm hinzugeben. Unsere Hoffnung wuchs mit jedem Schlag, den eine Echse schlimm verwundete. Gerade als wir dachten wir hätten den Kampf in unserer Kontrolle, kamen aus verschiedenen Ecken schwarze Kämpfer hervor gestürmt. Verzweifelt, über die wieder größer gewordene Anzahl an Gegnern, aber nicht hoffnungslos, boten wir noch einmal all unsere Kräfte auf. Unsere jetzigen Gegner waren nicht mit den Echsen zu vergleichen. Sie kämpften überaus geschickt und schwangen ihre Waffen kraftvoll über unseren Köpfen. Wieder mal war die Hilfe von dem Wisp unschätzbar und wie wir es schafften diese große Anzahl an Kämpfern gegen uns wenige zu vernichten, wusste ich nicht mehr.
Endlich kehrte Ruhe ein, als wir dem letzten Kämpfer einen tödlichen Schlag versetzten. Wir waren müde und erschöpft und jedes einzelne Glied schmerzte. Aber vor Freude gab sich keiner diesem Schmerz hin und der Blood Wisp strahlte und funkelte zwischen uns. Der Tempel war über und über mit Leichen übersät und das viele Blut was die Gegner und wir vergossen hatten, vermischte sich auf dem Boden.
Der Wisp wirbelte zu einem Tisch, der wohl als Altar diente. Und fing an den Tempel mit seiner Magie vom Bösen wieder zu bereinigen. Plötzlich fing es in einer Ecke an zu glühen und ein großer, schwarzer Kämpfer stürmte heraus. Seine roten Augen funkelten wie Rubine. Er versuchte sich sofort auf den Wisp zu stürzen und ohne nachzudenken sprang ich zwischen den Wisp und den Kämpfer der Finsternis. Die Axt des Kämpfers durchbohrte meinen Bauch und ich sah eine klaffende Wunde. Ich spürte wie meine Kraft schwand und alles Leben von mir wich.
Ich hörte noch das Geschrei meiner Gefährten und sah in den Augenwinkeln wie sie sich wutentbrannt auf den Kämpfer stürzten. Das letzte was ich sah war wie der Wisp direkt über mir schwebte. Dann wurde alles Schwarz um mich.
Langsam kamen meine Gedanken wieder zurück und ich fragte mich was mit mir los sei. Es war noch alles schwarz um mich und ich war leicht. Ich war so leicht, dass ich glaubte zu schweben. Meine Schmerzen waren verschwunden, so schnell wie sie gekommen waren. Sollte dies das Leben nach dem Tod sein?
Plötzlich hörte ich die mittlerweile vertraute Stimme des Wisp. Öffnet Eure Augen! Es tut mir leid, aber um Euch zu retten hatte ich keine andere Wahl. Ich konnte Euch nicht Euren vertrauten Körper wiedergeben, so seid Ihr nun einer meiner Art. Ich hoffe Ihr werdet mit Eurem jetzigen Leben zufrieden sein, aber ihr müsst Euch noch an vieles gewöhnen.
Es war ungewohnt, aber ich konnte schließlich wieder sehen. Ich sah den toten Krieger in seinem Blut liegen, mit schrecklichen Wunden. Der Blood Wisp und meine Gefährten standen um mich herum und starrten mich an. Ich sah auch meinen Körper, der mit einer großen Wunde, wie schlafend auf dem Boden lag. Ich wollte nach mir greifen, doch ich hatte keine Arme und Hände mehr. Sich zu bewegen fiel mich auch nicht leicht, aber langsam bekam ich mich unter Kontrolle. Ich sah die betroffenen Gesichter meiner Gefährten und sprach: Trauert nicht um mich. Mein Geist lebt und ich fühle mich wohlauf. Ich werde zwar nicht mehr unter Euch weilen können, aber seid dessen gewiss, dass ich immer bei Euch bin und ein Auge auf Euch habe. Vielleicht habe ich so eine bessere Möglichkeit, unser Land und unseren König zu schützen.
Nun versuchte der Blood Wisp mit seiner Magie das Ritual zu vollenden und das Böse aus dem Tempel zu treiben. Er funkelte und blitzte. Ich spürte, wie eine machtvolle Kraft mich durchströmte und es mir ganz warm wurde. Ein ekelhafter Geruch schien aufzusteigen, was ich selbst zwar nicht bemerkte, aber die Gesichter meiner Gefährten ließen es erraten. Im ganzen Tempel wurde es strahlend hell und ich sah wie sich die Körper der finsteren Armee sich in Asche auflösten, die der Wind eilig davontrug. Das Blut verschwand und das einzige Überbleibsel, was noch auf den Kampf hinwies, war mein geschundener Körper.
Ich war stolz auf meine Gefährten, dass sie sich so tapfer dem Kampf gestellt hatten. Auch dem Blood Wisp war anzusehen, dass er vor Freude strahlte. Dann ergriff er auch schon das Wort: Habt Dank für Euren Mut und Eure Tapferkeit. Der König kann stolz auf Euch sein, dass Ihr an seiner Seite seid. Ich werde Euch noch etwas mitgeben, was Euch immer an diese Tapferkeit erinnert. Außerdem wird es Euch leiten und Euch zeigen wenn Gefahr droht. Ich werde Euch dann in Eure Welt zurückschicken, doch seid gewiss, Ihr hab nur einen kleinen Teil des Bösen vernichtet. Wir werden auf Euch wachen und ihr habt uns sicher nicht das letzte Mal gesehen.
Wieder fing der Blood Wisp an zu funkeln und vor jedem Kämpfer schwebte ein rot leuchtendes Schwert, das Blood Sword of Ruin. Die Kämpfer ergriffen es und bedanken sich herzlichst. Dann öffnete der Blood Wisp wieder ein Tor und schickte die Menschen wieder zurück in ihre Welt.

07. Kapitel - Der Traum

Ich brauchte doch einige Zeit um mich an mein neues Dasein zu gewöhnen. Aber die Blood Wisp waren freundliche Wesen und nahmen mich in ihre Reihen auf und lehrten mich was überhaupt ein Blood Wisp ist. Immer besser verstand ich was sie fühlten und warum sie handelten und ich kann sagen ich fühle mich sehr wohl unter ihnen.
Zeitweise trauerte ich um meine alten Freunde, die ich in Vesper zurücklassen musste, aber die magischen Fähigkeiten der Wisp lassen mich immer, wann ich es will, ein Auge auf Vesper und meinen König zu werfen. Im Moment drohte keine große Gefahr, deren Hilfe sie mich bräuchten. Vereinzelt trafen die Bewohner auf die Wesen der Finsternis, aber diese stellten keine große Bedrohung dar.
Eines Nachts hatte ich einen Traum. Er ließ mir wieder das Blut in den Adern gefrieren.
König Horadrim war mit seinen Männern unterwegs durch sein Land. Nichtsahnend liefen sie in einen Hinterhalt von mehreren schwarzen Kriegerinnen mit funkelnden roten Augen. Sie trugen einen roten Umhang und das Verderben stand in ihren Gesichtern geschrieben. Unvorbereitet wie der König und sein Gefolge war, wurden sie überwältigt. Jeder einzelne Mann des Königs wurde hingerichtet und ließ sein Leben. Der König wurde zwar verschont, jedoch verschleppten ihn die grausamen Kriegerinnen mit in ihr Schloss.
Ich sah mich und einige andere der Blood Wisp wieder in Vesper. Es sah so aus, als ob uns schon eine große Menschenmenge erwartete. Wir erklärten den Menschen, dass der König in großer Gefahr schwebte und entführt wurde. Sofort erklärten sich die Männer und Frauen bereit, für den König auszuziehen und um ihn zu kämpfen. Ich war wieder erstaunt wie mutig und entschlossen sie waren das Böse zu vernichten, um für ihren König und um für eine bessere Welt zu kämpfen.
Ein Wisp öffnete wieder ein Tor zu dem Ort den wir gesehen hatten, wo der König gefangen gehalten wurde und die Männer und Frauen schritten hindurch.
Wir standen allesamt vor den Toren eines großen Schlosses. Ein richtiges prunkvolles Schloss war es nicht. Es wuchs überall Moos an den Wänden und die Tore sahen so verrostet aus, dass sie jeden Moment zusammenbrechen könnten. Mutig eilte die Gruppe durch die quietschenden Tore, einer Ungewissheit was sie erwarten würde, entgegen.
Schon im Eingangsbereich warteten Massen von Zombies und Skeletten auf sie, um ihnen einen besonders finsteren Empfang zu bereiten. Die Knochen zerbarsten von den wutentbrannten Schlägen der Kämpfer und so arbeitete sich die Gruppe Schritt für Schritt durch die dunklen Gewölbe vor. Der Boden war übersät von Knochen und toten Körpern und sie konnten kaum einen Fuß vor den anderen setzen, ohne auf irgendein Überbleibsel der Toten zu treten. An einem kleinen Wassergraben, der durch den Keller lief, wurden wir schon von zwei Wasserelementen erwartet. Ihre Formen sprudelten vor Zorn, dass wir es wagten sich ihnen entgegen zu stellen. Doch schnell erstarb das Wasser als es die geballte Kraft dieser Gruppe zu spüren bekam. Noch immer stolperten wir über die Massen an Skeletten und Untoten und auf unseren Wegen entdeckten wir verschlossene Türen und machten uns auf die Suche nach deren Schlüsseln. In einer weiteren Herausforderung musste sich die Gruppe einem wahrhaftigen Dämon stellen. Seine Größe und sein Anblick flößten allen Furcht ein und die Gruppe stockte. Doch getrieben von dem festen Willen ihren König zu retten, nahmen sie allen Mut zusammen und trieben ihre Schwerter und Pfeile in den Körper dieses Unwesens. Es quoll schon nach kurzer Zeit schwarzes Blut aus unsagbar vielen Wunden. Wie Säure schmerzte es auf der Haut der Nahkämpfer die wirklich Erstaunliches leisteten. Es stellte sich heraus, dass der Dämon der Bewacher eines Schlüssels war und die Gruppe nahm diesen an sich. Ohne nachzudenken stürmten alle durch die Tür die ihnen den Weg zu ihrem König versperrte, um auf wieder eine verschlossene Tür zu treffen. Der Wächter des Schlüssels wandelte auf einem der hohen Türme der Burg. Die mächtigen Schwingen des Drachen ließen den Turm im Schwarzen versinken und die Kämpfer drohten von der Dunkelheit verschluckt zu werden. Die Starre einiger löste sich nur langsam, aber dann stürmten sie dem Drachen und seinem heißen Feueratem entgegen. Besinnungslos schlugen alle mit vereinten Kräften auf das Untier ein und jeder Schlag der ihm eine Wunde zufügte wurde von einem noch härteren gefolgt. Unglaublich schnell konnte die Gruppe den Drachen besiegen und ihm den letzten Schlüssel entreißen.
Nun war der Weg frei zu dem König, aber auch zu seinen Bewacherinnen. Zwanzig schwarze Ladys mit funkelnden roten Augen und blutigen Waffen stellten das letzte Hindernis dar. Sie kämpften geschickt, mit viel Kraft und ihren leeren roten Augen. Doch schon ihr Ziel vor Augen stellte sich die Gruppe und es entbrannte ein harter Kampf, der die Gruppe sehr stark schwächte. Es gab keinen Körper mehr der ungeschunden blieb, doch auch die Ladys wurden mit jedem Schlag schwächer. Jeder Mann und jede Frau musste schwere Verletzungen ertragen und die Kleidung eines jeden war von Blut getränkt. Sei es sein eigenes oder das der Gegner. Irgendwann tat auch die letzte Lady ihren letzten Atemzug und fiel mit einem dumpfen Knall zu Boden.
Endlich konnten die treuen Untertanen ihren König befreien und umjubelten ihn.
Mit einem Lächeln wachte ich dann aus diesem Traum auf.

08. Kapitel - Der Teleportstein

Mit der Zeit hielten wir Blood Wisps es dann für nötig, uns die sonst so beschwerliche Reise zu den Menschen nach Vesper, zu erleichtern. Um es für uns leichter zu machen versammelten wir uns in einer großen Halle in unserer Welt. Die Ältesten traten hervor und funkelten um einen großen weißen Kiesel herum und forderten alle anderen auf sich mit ihnen zu vereinen. Rauch stieg um den Kiesel herum auf und als er sich verzogen hatte und wir noch immer uns im Kreis um ihn bewegten, sahen wir die Veränderung. Aus einem unscheinbaren Kiesel entstand ein blutroter Kristall, den die Sonnen von draußen zum hellen Funkeln brachten.
Ein Bood Wisp erklärte dann was es mit diesem Kristall auf sich hatte: Dies ist ein Kristall, der es uns Wisp erlaubt dorthin wo dieser steht, ohne großen Kräfteaufwand, zu teleportieren. Denkt nur an ihn und Ihr werdet die Augen dort öffnen wo sich dieser Kristall befindet. Allerdings sollten drei von Euch diesen Kristall zu einer passenden Stelle transportieren, wo er geschützt ist und wo wir diese Station benötigen.
Für mich war es keine Frage sich freiwillig für diesen Transport zu melden. Ich freute mich schon auf die Menschen, die mal meine Freunde und Nachbarn waren. Und dass ein Blick auf sie jetzt noch leichter für mich werden sollte, brachte mein Herz schneller zum Schlagen.
Um den Kristall überhaupt zu transportieren mussten wir ihn in zwölf Teile zerlegen. Sicher vor einem unsanften Transport verpackten wir jedes einzelne Teil in eine rote Kiste. Einer meiner zwei Begleiter öffnete ein Tor in die Welt der Menschen und wir schwebten alle mit unseren Kisten hindurch. Mir wurde schwindelig und die Farbe meiner Begleiter ließ verraten, dass es ihnen nicht besser ging. Es schmerze in meinem Kopf und ich konnte meine Kisten nicht mehr halten und sie fielen ins Nichts. Einen kurzen Moment später war der Schmerz vorbei und wir waren sicher in der Menschenwelt gelandet. Doch keiner von uns hatte seine Kisten beschützen können. Fragend schauten wir uns gegenseitig an. Was sollen wir jetzt tun? Ohne dass wir diesen Kristall aufstellen, können wir nicht mehr zurück in unsere Welt. Wir müssen ihn finden! Vielleicht können wir auch die Menschen hier bitten uns bei unserer Suche zu helfen. Leider haben wir nicht ewig Zeit bis wir zurück erwartet werden, so dass keiner von unserem Missgeschick mitbekommt.
Wir beeilten uns den Marktplatz von Vesper zu erreichen, wo sich schon viele Menschen aufhielten. Bitte helft uns! Wir haben ein für uns sehr wichtigen Kristall verloren. Er ist in zwölf Teile geteilt und in zwölf roten Kisten verpackt. Er muss uns bei den Städten Vesper, Minoc und Cove verloren gegangen sein. Helft uns diese Kisten zu finden, dann können wir Euch leichter aus unserer Welt besuchen. Wir haben nicht viel Zeit.
Sofort erklärten sich auch die Männer und Frauen bereit uns bei der mühsamen Suche zu helfen. Jeder von uns begleitete eine kleine Gruppe in die drei Städte und deren Umgebung. In alle Himmelsrichtungen verstreuten wir uns und machten uns auf einen langen Beschwerlichen Weg. Ratlos standen wir herum und wussten nicht wo wir unsere Suche beginnen sollten. Wir schauten in jedes Haus, in jeden Vorgarten, in jeder Ecke und unter jedem Gebüsch. Die Zeit drängte, doch nach und nach hatten wir Hoffnung mit jeder Kiste die wir fanden. Äußerst zufrieden waren wir, weil kein einziger Teil auf seinem harten Weg kaputt gegangen ist. Es kam fast einem Wunder gleich, dass wir es schafften alle Kisten in recht kurzer Zeit zu finden.
Wir brachten alle hilfsbereiten Menschen zu unserem neuen Platz, wo wir den Kristall auf einem kleinen Podest aufstellten. Gespannt sahen sie zu wie wir den Kristall wieder zusammen setzten und ein Ritual vollführten, dass den Kristall als Teleportstein aktivierte.
Um unseren Dank allen Helfern auszudrücken, erhielten sie jeder das blutrote Blood Sword of Might, welches unsere Ankunft in dieser Welt mit einem leichten Erstrahlen ankündigen sollte.

10. Kapitel - Die Hochzeit

Schon lange sehe ich ein Paar, dass sehr viel Zeit miteinander verbringt. Ich habe Höhen und Tiefen zwischen ihnen gesehen. Sie hatten auf ihrem gemeinsamen Weg einige Schwierigkeiten meistern müssen, doch die Liebe zueinander wurde nie getrübt. Sie wurde nur stärker und stärker. Mächte des Bösen streckten schon die Hände nach Shandhad Salalah aus und hatten nur zum Ziel sie in den Wahnsinn zu treiben und sie seelisch zu vernichten. Neben einigen Freunden, stand ihr besonders Crowbar zu jeder Zeit bei. Sie hatten beide einen schweren Kampf um gemeinsam die bösen Mächte zu verjagen und trugen seelische und körperliche Wunden davon. Doch die Liebe zueinander ließ die Wunden heilen und sie stützen sich und gaben einander alles was sie brauchten und suchten.
So wie diese Zwei miteinander umgehen und auf Schritt und Tritt turtelten, wunderte es mich nicht, als eines Tages die Nachricht durch diese Welt zog, dass Shandhad und Crowbar heiraten wollten.

Einladung an alle Bürger der Vergessenen Welt
Freundschaft kann verschieden Formen annehmen. Sie kann wie ein Fluss durchs Leben fließen, ruhig und stetig; sie kann in Abständen und mit Unterbrechungen auftreten, oder sie kann wie ein Meteor explodieren und die Atmosphäre verändern, so dass nichts mehr aussieht wie früher.
Es laden ein zu ihrer Hochzeit Shandhad Salalah und Crowbar
Die Feierlichkeiten finden statt am Samstag, um 21:00 Uhr.
Wir treffen uns vor der Bank zu Vesper.
Für Transport, Unterhaltung und Essen ist gesorgt.
Um Anmeldung wird gebeten, ist jedoch nicht erforderlich
Shandhad Salalah und Crowbar

Mit Freude sah ich eine Woche den Hochzeitsvorbereitungen zu und ich sah den beiden die langsam aufsteigende Nervosität an. Sie kümmerten sich um ein reichliches Buffet für die Gäste und richteten das Kloster von Moonglow mit einer Hochzeitskapelle und einem Festplatz ein. Der Tag rückte näher.
Shandhad und Crowbar legten ihre besten Kleider an. Sie waren in feinem, seidigem Stoff in den Farben Gold und Weiß gehüllt. Als sie den Marktplatz der Stadt Vesper betraten, hatten sich schon viele Gäste dort eingefunden und strahlten dem Brautpaar entgegen. Als die Gesellschaft durch ein Gate schritt, befanden sie sich in der Hochzeitskapelle, wo schon ein Priester auf ihre Ankunft wartete. Das Brautpaar nahm vor dem Altar Platz und die Trauzeugen standen ihnen zur Seite. Mit vielen schönen Worten vollzog der Priester die Trauung und Seufzen machte sich unter den Reihen der Gäste breit. Als sie sich gegenseitig die Ringe ansteckten und sich küssten, erschallten in ganz Moonglow die Glückwünsche für das Brautpaar.
Die anschließende Feier war ein voller Erfolg. Es wurde viel getanzt und gelacht. Doch plötzlich war die Braut verschwunden. Sorgenvoll bat Crowbar Salalah seine Gäste ihm bei der Suche zu helfen. Er hörte, dass sich seine Frau noch auf dieser Insel in einer vertrauten Umgebung befand. Sofort zog die Gesellschaft aus, um sie zu finden. Dieses Unterfangen war nach relativ kurzer Zeit von Erfolg gekrönt. Sie fanden Shandhad in dem Zoo von Moonglow in einer Wüstenecke. Strahlend saß sie dort an der Bar und empfing die Gesellschaft wieder und versorgte sie mit einer Stärkung. Heimlich, still und leise, machte sich das Brautpaar in ein neues Leben auf und verbrachte die Hochzeitsnacht an einem geheimen Ort. Bevor sie wieder zu ihrem Alltag zurück in ihr neues Heim in Outside Wind zogen.

11. Kapitel - Die Piraten

Ein Brief erreichte meinen alten Freund Telamon, als ich ihm gerade über die Schulter sah.
Grüße, Bewohner der Vergessenen Welt
Ich fühle mich verpflichtet, euch als gottes- und königstreuer Bürger dieser Welt von einem Vorfall zu berichten, der mir vor einigen Tagen geschah. Ich durchstreifte die Wälder nahe Minocs als auf der Suche nach einem kapitalen Hirsch, der das Sonntagsfestmahl für meine Familie werden sollte. Gerade als ich so ein Prachttier erspäht hatte und den Bogen schon angelegt hatte, wurde das scheue Tier durch zwei - für meine angespannten Sinne - unheimlich laute und rüpelhafte Männer verschreckt. Ich wollte mich gerade aufrichten und meinem gerechten Zorn für die nun verlorenen Stunden der Jagd Luft machen, als die beiden vollends aus den Büschen traten.. Als ich die Aufmachung der Männer sah (waffenstarrend und ziemlich verwildert), überlegte ich es mir doch lieber noch einmal und beschloss sie vorerst aus sicherer Entfernung zu beobachten. Die beiden nahmen von nichts um sich herum Notiz, sondern unterhielten sich lautstark miteinander über "Ladungen die ankommen sollten" und "wie sie die Muselmanen wieder übers Ohr hauen würden"
Abgeschreckt vom rauen Verhalten und Äußeren, jedoch neugierig gemacht von ihrem Gerede, beschloss ich den beiden zu folgen. Vertieft wie sie in ihr Palaver waren, war es für mich kein Problem sie unbemerkt zu verfolgen, bis wir zu einer kleinen Bucht in der ein Feuer brannte, an welchem mehrere den beiden nicht unähnliche rau Gestalten saßen.
Vorsichtig beobachtete ich das Lager und zählte um die acht der Männer, welche dort kamen und gingen. Zwar hätte mich sehr interessiert was sie weiter sprachen, aber die Vorsicht war größer so, dass ich sie nur aus der Entfernung beobachtete.
Ich war gerade dabei sie als einen Haufen Söldner abzutun, als drei neue Personen auf Pferden ankamen. Diese ritten so schnell, dass es mir richtig wehtat, wenn ich an die armen Tiere dachte. Als sie im Lager angekommen waren, stießen die anderen Männer rau Siegesschreie aus und alles geriet in hektische Aktivität. Wenig später sah ich auch wieso. Auf zwei der Pferde lagen jeweils vor ihren Reitern, quer über das Tier gefesselte Frauen in ziemlich zerrissener Kleidung, welche nun rau herunter befördert wurden und unter viel Gelächter in eine Grube abseits des Lagers getrieben wurden.
Auch wenn ich vor Wut fast sofort den armen Frauen zu Hilfe geeilt wäre, konnte ich mich im letzten Moment noch zügeln, da dies reinster Selbstmord gewesen wäre. Stattdessen machte ich mich leise aber schnell auf den Weg um diese schrecklichen Nachrichten zu verbreiten und tapfere Leute zu finden, welche diesen gemeinen Menschenhändlern ein für alle Mal das Handwerk legen.
Verbreitet diese Neuigkeit und jeder der zu der Rettung der Frauen aufbrechen will, den werde ich führen.

Robin Loxeley

Natürlich verbreitete Telamon diese Nachricht in alle Winde und selbst der König rief seine Untertanen zur Befreiung der Frauen auf. Viele versammelten sich zusammen mit Robin in Vesper, um ihm zu folgen und die armen Frauen zu befreien. Es stand ihnen ein beschwerlicher Weg bevor. Die Gruppe verließ Vesper ostwärts und folgte eine Weile dem Pfad Richtung Süden. Es war ein sonniger Tag und die Vögel zwitscherten zu dem Huf Klang der Pferde. Irgendwann schlug sich die Gruppe querfeldein Richtung südostwärts in den Wald. Keiner bemerkte die plötzliche Stille die sie umgab. Nur die Schritte und Hufe der Gruppe erfüllten den Wald mit Geräuschen. Kein einziges Tier war mehr zu erblicken. Plötzlich stand die Gruppe vor einem Fels von Wesen. Größer als drei Mann stand es vor ihnen und alle starrten auf die zwei Köpfe auf seinen Schultern. Doch es war nicht alleine und mehrere von diesen Unwesen stürmten mit großen, erbebenden Schritten zwischen den Bäumen hervor. Sie schwangen primitiven übergroßen Hammer über ihren Köpfen und brachten die Erde zum Erzittern. Von der Starre der Überraschung gelöst, machte sich die Gruppe kampfbereit und schlugen ihre Schwerter in die riesigen Körper der Wesen. Trotz der riesigen Erscheinung der Wesen, konnten sie nur wenig gegen die Menschen ausrichten und starben unter den Hieben und Pfeilen der Gruppe. Nun waren sie alle gewarnt und jeder hielt sein Schwert kräftig in seiner Hand, um einer solchen Überraschung einen treffenden Empfang zu bereiten.
Ein Feuerball traf einen der Reiter der sich fast kaum noch auf seinem Pferd halten konnte. Und eine Gruppe von Orks kroch hinter den Gebüschen hervor, um der Mission ein Ende zu setzen. Lange konnten sich aber auch nicht die Orks der Gruppe entgegensetzen und flohen wieder in den Wald oder starben zwischen den Bäumen.
Die Gruppe setzte ihren Weg vorsichtig fort und achtete auf jedes Geräusch. Robin blieb stehen und sagte: "Gleich sind wir da. Wir müssen leise sein."
Aus den Büschen heraus sah die Gruppe nun auf drei Häuser und die nahe Küste in das eine Segelboot mit schwarzer Fahne ankerte. Zwischen den Häusern liefen mehrere Gestalten herum und jeder wusste was sie darstellen. Piraten! Die Gruppe beriet sich und stürmte das Lager der Piraten. Da die Piraten offensichtlich von diesem Kampf überrascht waren, hatten sie kaum etwas der Gruppe entgegen zu setzen und starben grauenvoll in dem Versuch sich zur Wehr zu setzen.
Aus einem Haus kamen Hilfeschreie von verängstigten Frauen, doch die Türe war verschlossen. Kein Zauber, noch Gewalt konnte der Tür etwas anhaben. Also eilten sie zum nächsten Haus. Doch auch hier standen sie vor verschlossenen Türen, ohne die geringste Chance. Doch das dritte Haus war offen, aber ein großer, sehr kräftiger Pirat stand vor ihnen und versperrte ihnen den Weg. Er war in schwarze Kleidung gehüllt und sein linkes Auge verbarg sich unter einer schwarzen Augenklappe. Mit einem schauerlichen Brüllen schwang er sein Schwert und traf den Ersten der vor ihm stand hart am Brustkorb. Sofort stürzte sich ein anderer vor den Kapitän und setzte seine ganze Kraft ihm entgegen. Die Gruppe drängte sich um den Mann und schlug besinnungslos auf ihn ein. Trotz dass der Kapitän allein war, war er nicht bereit zum Aufgeben und fügte einigen der Gruppe schwere Wunden zu. Doch gegen eine solche Vielzahl von Kämpfern hatte er keine Chance und brach nach einer Weile blutend unter der Masse zusammen.
Das Lager war nun von den Piraten gesäubert, aber ratlos stand die Gruppe noch immer vor den verschlossenen Türen, die ihnen den Weg zu den armen Frauen versperrten. Sie durchsuchten den Kapitän und jeden Pirat nach einem Schlüssel, doch sie konnten keinen finden. Stattdessen fanden sie zwei Bücher mit merkwürdigen Worten im Haus des Kapitäns. Ihre Farbe glich der Farbe der Türen und King Crimson schlug der Gruppe vor, sich diese Worte genauer anzusehen ob sie etwas mit den Türen zu tun haben könnten. Im ersten blauen Buch stand geschrieben: Beute und Jäger zugleich in ewigem Spiel. Die Katze hetzt, erreicht nie ihr Ziel. In diesem unendlichen Streit, wird die Beute ewig sein zu weit. Die Gruppe legte die Stirn in Falten, doch auch wieder King Crimson war es der eine Idee hatte. Er rannte aus dem Haus raus und zur ersten blauen Tür und sprach das Wort: Katzenschwanz. Magisch und lautlos schwang die Tür auf und er rief die anderen zu sich. Eine Untersuchung der Hütte brachte nur Gold, Waffen, Rüstungen und Edelsteine zu tage, die sich die Piraten auf ihren Streifzügen wohl als Beute aneigneten.
Da noch immer das Schluchzen aus dem anderen Haus kam, beschäftigte sich keiner mehr mit der Beute und alle legten die Köpfe über das zweite rote Buch in dem geschrieben stand: Wenn man es hat ist man zornig, wenn man es verliert ist man noch zorniger und wenn man es gewinnt, verliert man dabei meistens. Auch dieses Rätsel stellte für King Crimson kein großes Problem dar und er eilte zur letzten roten Tür und rief: Streit. Und auch hier schwang die Tür lautlos auf.
Doch um an die verschleppten Frauen zu kommen, stellten sich zwei Piratinnen vor die Gruppe. Auch sie hatten keine Möglichkeit der Gegenwehr, bei solch mutigen und harten Kämpfern und stellten kein großes Hindernis dar. Genau wie jeder Pirat zuvor wurden sie auf grausamste Weise abgeschlachtet und lagen nach kurzer Zeit von Blut umhüllt auf dem Boden.
Endlich nahm sich die Gruppe den armen Frauen an und führten sie vor das Haus. Die recht edel gekleidete Frau wand ihr Wort an die Gruppe: Habt Danke, dass ihr uns gerettet habt. Wir waren auf dem Weg zu meinem Onkel, als uns die Piraten im Wald gefangen nahmen und verschleppten. Diese Rüpel wollten uns im Morgengrauen verschiffen und verkaufen. Es war höchste Zeit, dass ihr kamt. Mein Name ist Adriana und das ist meine Magd. Wir sind Euch unendlich Dankbar für Eure Hilfe. Doch ich weiß nicht wo wir sind. Könnt ihr uns bitte noch nach Hause geleiten? Wir kommen aus der Stadt Vesper.
Natürlich erklärte sich die Gruppe dazu bereit und geleitete die beiden Frauen nach Vesper zu ihrem Haus.
Als Dank für ihre Rettung entlohnte Adriana die Gruppe mit Gold und gab Chiara das Schwert ihres Urgroßvaters.

12. Kapitel - Die Hexe

In Minoc herrschte heute starkes Treiben. Was los war konnte ich nicht begreifen und deswegen beobachte ich die Menschen dort etwas genauer als sonst. Gegen Abend war die Stadt in heller Aufruhr. Ich sah eine alte Frau, die durch die Straßen Richtung der Bank rannte. Sie hatte einige Schürfwunden und ihr Rock war am Saum zerfetzt. Es war offensichtlich, dass sie auf der Flucht vor irgendetwas war. Vor der Bank brach sie schluchzend vor einer Gruppe von Menschen zusammen. Sofort wurde ihr aufgeholfen und ausgefragt was wohl geschehen sei. Schluchzend stammelte die alte Frau: Hilfe, so helft mir doch. Ich bin in meinem Haus überfallen worden. Langbeinige Kreaturen fielen bei mir ein und mir blieb nur die Möglichkeit zur Flucht. Sie sind noch immer in meinem Haus und ich habe meinen Ring dort vergessen. Es ging alles so schnell. Dieser Ring ist ein Erbstück und ohne ihn kann ich nicht leben. Bitte helft mir. Ich will zurück in mein Haus und noch wichtiger ist mir mein Ring. Ich bin leider zu alt um Euch zu begleiten. Meine Beine schmerzen noch von meiner Flucht. Aber ich werde mit Euch vor die Tore von Minoc gehen und Euch den Weg weisen. Sie suchte etwas in ihren Taschen. Oh, nein. Ich habe meinen Schlüssel von meinem Haus wohl auf der Flucht verloren. Er muss mir aus der Tasche gefallen sein als ich stolperte. Ohne ihn könnt ihr nicht in das Haus. Ihr müsst ihn vorher finden. Mein Haus liegt östlich von den Toren Minocs auf einer sehr großen Lichtung. Ich bin sicher Ihr werdet es finden.
Die Männer und Frauen beruhigten die alte Frau und versicherten ihr, dass sie alles tun würden um ihr den Ring wieder zu bringen. Auf einem alten Baumstumpf vor den Toren Minocs nahm die alte Frau Platz und die Gruppe von den mutigen Menschen zog los um den Schlüssel zu finden.
Sie durchsuchten den Weg östlich wo die Frau ihnen den Weg zum Haus beschrieben hatte. Sie mussten scharfe Augen haben um den roten Beutel im Gras unter einem Dornbusch zu entdecken. Doch nach einer langen Suche fanden sie ihn schließlich. Jetzt galt es noch das Haus der alten Frau zu finden. Aber nach der Beschreibung von der großen Lichtung stellte die auch kein Problem dar.
Als sie vor der Tür standen, hörten sie schon ein Zischen, was aus dem Haus drang und mit zittrigen Fingern schloss ein Mann die Türe auf und öffnete sie. Bei dem ersten Schritt in das Haus kam ihnen ein modriger Gestank entgegen und in einer Ecke des Raumes nahmen sie die Umrisse von drei großen, langbeinigen Gestalten wahr. Im Haus selbst war es dunkel und die schnellen Bewegungen der Wesen waren schwer wahrzunehmen. Die Gruppe betrat das Haus und sofort griffen die drei Spinnen die Menschen an. Sicher aufgrund der Dunkelheit, waren einige nicht in der Lage den Spinnen etwas entgegen zu setzen und mussten tiefe Bisse von den Spinnen einstecken. Doch andere schafften es auch durch die natürlichen Panzer der Wesen zu dringen und ihnen sichtlichen Schaden hinzu zu fügen. Schwarze Blut ähnliche Flüssigkeit drang aus ihren Körpern und verursachte einen noch größeren Gestank in dem engen Raum. Benommen sanken einige zu Boden und waren nicht mehr im Stande ihr Schwert zu führen. Mit letzter Kraft konnte der Rest der Gruppe die Spinnen jedoch vernichten.
Sofort konnten sie sich nicht einer Durchsuchung des Hauses widmen. Erschöpft sanken sie vor dem Haus zu Boden und versorgten die Verwundeten. Nach einer Weile waren alle wieder halbwegs bei Kräften und suchten in dem Haus nach dem wichtigen Ring. In einer Kiste fanden sie einen roten Ring der eine kleine Gravur, wo Feuerring stand, aufwies.
Sie packten den Ring ein und machten sich auf den Weg zu der alten Frau.
Die alte Frau wartete noch immer auf dem Baumstumpf. Strahlend, weil sie erfolgreich von ihrer Mission wieder gekommen waren, berichteten sie der Frau von ihrem Erfolg. Die Frau lächelte und bat sie den Ring ihr auszuhändigen, was die Gruppe auch tat.
Sobald die Frau den Ring auf den Finger steckte, murmelte sie einige Worte und versank plötzlich in Feuer. Als das Feuer sich verzog, war die alte Frau verschwunden. Stattdessen blickten sie auf eine Frau die in schwarzer Kleidung und in schwarzer Knochenrüstung vor ihnen stand. Sofort zauberte sie einige Feuerbälle, die sie der Gruppe um die Ohren schlug. Blind vor Wut, dass die Frau sie belogen und sie ausgenutzt hatte, griffen die Menschen zum Schwert und kämpften gegen die einstmals so hilfsbedürftige Frau.
Die Hexe zauberte was in ihrer Macht stand und die Kämpfer schlugen hart ihre Waffen auf die Hexe nieder. Es war ein langer Kampf, der an den Kräften aller zerrte. Doch die Hexe war unterlegen und als sie es begriff versuchte sie zu fliehen. Weit kam sie nicht. Ein Ritter schlug ihr das Schwert ins Kreuz und der Körper der Hexe ging in Flammen auf.
Noch immer wütend starrte die Gruppe auf die Asche, die von der Hexe übrig blieb. Und nach einer Weile zogen sie stillschweigend, in alle Winde verteilt, von dannen.
Ich hoffe, dass obwohl die Menschen von dieser Frau so enttäuscht wurden, nicht aufgeben und trotzdem so hilfsbereit wie bisher bleiben werden.

13. Kapitel - Die Königin

In letzter Zeit sehe ich den König des Öfteren traurig durch die Gänge seines Schlosses streifen. Ich mache mir Sorgen um ihn, weil ich nicht weiß was ihn so betrübt. Nachts bleibt er lange wach und sitzt in seinen Privaträumen ständig vor ein und demselben Brief. Eigentlich wollte ich nicht diesen Brief lesen, aber eines Nachts übermannte mich meine Neugier. Diese wohl allzu menschliche Eigenschaft konnte ich als Blood Wisp nie ablegen.

Mein liebster Gemahl,
es ist nun schon eine lange Zeit her, dass ihr mich wegschicktet, um nicht in Gefahr zu geraten. Ich war zwar glücklich meine Eltern wieder zu sehen, doch die Zeit von Euch getrennt zu sein schmerzt mir sehr in meinem Herz.
Als Ihr mich wieder zu Euch holen wolltet, ging es nicht. Ich schicke Euch einen Boten mit diesem Brief.
Ich muss Euch leider mitteilen, dass mein Vater gerade im Sterbebett liegt und ich ihn nicht einfach verlassen kann. Meine Mutter ist verzweifelt und weint den ganzen Tag. Ich kann sie kaum etwas beruhigen. Mein Bruder ist in der Zeit in der ich fort war kalt geworden. Ich merke es, wie er sich weniger um unseren Vater schert, als dass er endlich die Macht meines Vaters übernehmen kann. Es stimmt mich alles so traurig und wie oft sehne ich mich nach Eurer Schulter.
Wann ich zu Euch zurückkehren werde, weiß ich nicht. Aber wohl erst wenn mein Vater unter der Erde ruht. Ich hoffe zwar nicht, dass mein Vater stirbt, aber ich werde glücklich sein, wenn ich Euch wieder in meine Arme schließen kann. Jeden Tag denke ich an Euch und hoffe Euch geht es gut.
Hoffentlich kann ich bald wieder bei Euch sein.

Eure Königin Adira

Jetzt verstand ich den König. Ich wusste nicht, dass er eine Gemahlin hat. Sicher war die Heirat unter dem Trubel der Kämpfe einfach unter gegangen. Ich werde gespannt sein diese Frau zum ersten Mal zu sehen.

14. Kapitel - Das Turnier

Heute war auch ein sehr ereignisreicher Tag, den ich mit meinen Fähigkeiten in der Vergessenen Welt beobachten konnte. Die Gilde der Feuerritter meldete ein Turnier der Kampfeskunst beim König an. Sofort ließ der König einen Turnierplatz errichten und rief zu diesem Turnier und den besten Kämpfern auf.
In einem wundervollem Ritual auf dem Marktplatz von Vesper, mussten sich die Teilnehmer bei den Feuerrittern anmelden. Fedeykeen, King Crimson, Konan, Logain al Mondra, Zeratul, Taeran, Dodga, Susano Orbatos, Artemis Entreri und Holg Blade stellten sich der Herausforderung.
Auf dem Turnierplatz eröffnete der König die Spiele und Maras als Feuerritter, übernahm die Leitung und ernannte Crowbar Salalah zum Schiedsrichter.
Doch bevor das Turnier begann, zogen mehrere Huftritte die Aufmerksamkeit auf sich. Eine in Gold gekleidete Frau und sechs Männer in goldener Rüstung ritten auf den Turnierplatz zu. Ich sah das Strahlen im Gesicht des Königs. Das konnte nur seine Gemahlin sein. Sie war wunderschön und hatte gütige Augen und zog sofort alle Teilnehmer und Zuschauer in ihren Bann. Mit ihrem Gefolge ging sie direkt zum König, der sie freudig in seine Arme nahm und küsste. Der König stellte nun seinem Volk seine Frau vor und nahm mit ihr auf der Tribüne Platz.
Nun konnte das Turnier beginnen. Es war ein Spaß für alle. Es entbrannten spannende Kämpfe, wo keiner den Gewinner erahnen konnte. Und es gab Überraschungen. Jubelrufe und Anfeuerungen waren weit in die Wälder zu hören. Wetten wurden abgeschlossen, wo so manch einer sein ganzes Geld verlor. Es wurde getrunken und gefeiert. Der König war zufrieden über das Fest und dass er seine Königin wieder an seiner Seite hatte.
Ein spannender Endkampf zwischen Zeratul und King Crimson war der Höhepunkt der Spiele. Und Zeratul konnte seinen Gegner in die Knie zwingen.
Der König und seine Königin ehrten die beiden Preisträger und Adira übergab ihnen jeweils einen Feuerbardich of Force.
An dem anschließenden Fest nahm das Königspaar jedoch nicht teil, weil Adira sich von der anstrengenden Reise erholen wollte und die Garde und der König begleiteten sie zum Schloss.
Ich muss wirklich sagen, dass ich teilweise etwas traurig bin, nicht mehr wie früher in dieser Welt zu leben. So schön das Leben unter den Blood Wisp ist, so sehr vermisse ich meine Freunde und das Leben in der Stadt. Alles was ich sehe macht mich glücklich und ich würde gerne als ihres gleichen unter ihnen leben. Aber dazu ist es zu spät und keine Möglichkeit gibt es, es zu ändern.

15. Kapitel - Die Auktion

Menschen aus ganz Britannia machten sich auf den Weg nach Maginca. Im ganzen Land hatte ich schon die Ausschreibungen gesehen. Der König veranstaltete eine Auktion, die dem Aufbau Britains zugutekommen sollte. Aus seinem eigenen Besitz spendete der König die verschiedensten Dinge. Sie waren alle aus Gold und ihre königliche Abstammung war eindeutig zu sehen. Auch viele andere Dinge hatten der Auktionier und seine Assistentin zusammengetragen.
In einem Buch, das auf einem Tisch vor der sandsteinfarbenen großen Halle platziert war, konnte jeder Besucher lesen was es zu versteigern gab.
Book of Truth "Bell of Courage","Candle of Love "; Tent Deed "; Small Wood House Deed "; Ork Mask "; Green Mask “ Bärenumhang (gold) "; Bow of Might (grün) "; Viking Sword of Power (blau) “ Würfel (gold) “ Schachbrett (gold) "; Uhr (gold) “ Hängematte “ Massagetisch "; Kerze mit Schädel (gold) “ Modelschiff (gold) "; Fernglas (gold) "; Sextant (gold) “ Sanduhr (gold) "; Werkzeugkiste (gold) "; Bulletin Board "; Stone of Honor "; Stone of Compassion "; Komplette Silber oder Kupfer Plate Armor "; Heavy Crossbow of Might (grün) "; Kryss of Might (grün) "; Habberd of Might (grün)

Die große Halle war voll mit Personen aus dem ganzen Lande, die an den aufgestellten Tischen Platz nahmen. In jeder Ecke standen große Kerzenständer und eingetopfte Kakteen. Der Aktionär wirbelte in der Mitte des Raumes herum und nahm den Besuchern die Angebote entgegen. Mit einem Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten! und einem kräftigen Hammerschlag besiegelte er das höchste Angebot. Seine Assistentin zeigte den Besuchern die einzelnen Gegenstände, die gerade versteigert wurden. Horrende Summen brachte jedes einzelne Stück ein und die Besucher überboten sich ohne Gnade. Einem prächtigen Wiederaufbau von Britain stand wohl nichts mehr im Wege.
Ich denke die Besucher waren auch größtenteils zufrieden und sie nahmen wunderschöne Gegenstände mit nach Hause.

16. Kapitel - Der Orküberfall

Es wurde Nacht über der Stadt Cove. Die Lichter hinter den Fenstern gingen an und alles schien ruhig. Den Wachen auf der Stadtmauer sah man die Müdigkeit an. Niemals dachten sie in ihrem Halbschlaf an Gefahr. Ich schwebte zwischen der Wache auf der Mauer herum und hatte nicht gerade ein angenehmes Gefühl. Doch es war ruhig. Ich hörte jedes rascheln und jedes knacken der Äste, die die Tiere vor den Toren zum Zerbrechen brachten. Langsam zog ein dichter Nebel auf. Eiskalt lief es mir über den Rücken und mein unheimliches Gefühl wurde stärker. Aber es war ruhig. Was tat ich nur hier? Mein Gefühl ließ mich aus den Toren schweben und ich wanderte durch den Wald. Irgendwann stand ich vor riesigen Holzpalisaden. Ein komischer Geruch stieg mir in die Nase. Beißend und sehr unangenehm. Ich hörte viele Stimmen hinter diesen Holzwänden. Um nicht aufgespürt zu werden, blieb ich hinter dem schützenden Wall und wanderte hin und her. Da entdeckte ich ein Loch zwischen den Palisaden und ich sah hindurch. Das Grunzen dahinter wurde sehr laut und ich sah grünliche Wesen. Das werden wohl Orks sein, so dachte ich mir. Aufgeregt plapperten und grunzten sie durcheinander und zeigten mit ihren knorpeligen Fingern immer in die Richtung der Stadt Cove. Zu einem Grinsen verzog sich jede einzelne Fratze und Orks mit Schwertern kamen herbeigelaufen. Ich wusste jetzt genau was der Stadt drohte und woher mein ungutes Gefühl kam. Aufgeregt eilte ich wieder zurück nach Cove und wollte alle warnen. Ich schwebte um die Wachen herum und rief: "Seid auf der Hut. Orks werden Euch heute Nacht überfallen! Es sind viele! Bereitet Euch gut vor!" Doch die Wachen lachten nur und nahmen meine Warnungen nicht ernst. "Ihr seid wohl nicht bei Trost! Und selbst wenn, sollen die Orks nur kommen. Es sind dumme Geschöpfe!" Vor Wut, dass mich keiner ernst nahm, fing ich an heller zu funkeln, doch auch das beeindruckte die Wachen nicht. Ich dachte nur noch: "Ihnen ist wohl nicht mehr zu helfen. Sie werden schon sehen was sie davon haben, wenn sie mir nicht glauben!" Wutentbrannt schwebte ich davon durch die Wälder und das Lachen der Wachen klang noch lange in meinen Ohren. Ich hörte die im Rhythmus trampelnden Schritte der Orks, wie sie sich Cove näherten. Ich empfand nun doch Mitleid und wusste ich konnte die Menschen von Cove nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Ich machte mich auf die Suche nach tapferen Helden, die die Stadt schützen konnten. Meine Zeit war knapp, doch ich fand eine Gruppe. Avatar, Taeran the Seeker, King Crimson, Bronx, Farod, Fedeykeen, Yavanna Kementar, Lancelot vom See, Zeratul, Gandalf, Aron, Xabbu, und Thargor waren bereit meine Bitten anzuhören. Ich erzählte ihnen hastig meine Geschichte. Ich sah wie manche von ihnen zusammenzuckten und schauderten. "Bitte, rettet die Menschen, obwohl sie närrisch wie sie sind, nicht auf meine Worte hören wollten. Die Stadtmauer wird nicht lange standhalten. Es waren viele, sehr viele. Bitte rettet sie! Ich werde mich weiter in den Wäldern umsehen, ob von einer anderen Seite noch Gefahr droht. Ich wünsche Euch viel Erfolg!"
Sofort machte sich die Gruppe auf den Weg. Als sie Cove erreichten, hörten sie schon von weiten das Kampfgeschrei und sahen dass ich nicht zu viel versprochen hatte. Es waren Massen an Orks und die Wachen waren tatsächlich unvorbereitet. Viele lagen schon tot oder des Sterbens Nahe auf dem Boden. Die fruchtbare Erde in Cove färbte sich blutrot und Frauen und Kinder hörten sie in den Häusern wimmern. Es war ein sehr langer Kampf. Viele ließen ihr Leben, von einem rostigen Orkschwert durchbohrt. Irgendwann war es ganz still. Die wenigen Orks die bei dieser Schlacht überlebten, flüchteten schnellen Fußes wieder dahin wo sie hergekommen waren. Die Gruppe sah sehr erschöpft und zerschunden aus. Aber glücklich die Orks aus Cove vertrieben zu haben. Die übrig gebliebenen Menschen, waren sehr Dankbar für die Unterstützung und kümmerten sich um die Verwundeten. Auch wollten sie sich erkenntlich zeigen und stellen eine Summe an Gold zusammen, die sie auf die Schnelle auftreiben konnten.
Ich selbst fand keine weitere Bedrohung auf meinen Wegen und als ich Cove wieder erreichte, war alles vorbei und die Straßen waren bis auf das Blut leer gefegt. Ich sah dass meine Mission Erfolg hatte und zog mich wieder zurück in mein Reich unter den Blood Wisp.

17. Kapitel - Der Tempel

Aufruhr auf dem Marktplatz von Vesper schreckte mich auf und zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Eine Menschenmenge umringte einen alten Mann mit weißem Haar und einer grünen Robe mit braunem Umhang. Wild durcheinander redeten die Menschen, bis der Mann das Wort ergriff: Ich brauche Eure Hilfe! Mein Name ist Pivan und ich bin ein Walddruide. Die Natur und ihre Lebewesen liegen mir sehr am Herzen und ich sah Menschen die unseren Wald zerstören wollen. Sie sind nordwestlich von hier auf einer großen Lichtung und holzen den Wald ab. Das dürfen sie nicht tun! Sie zerstören alles, ohne Rücksicht auf den Wald. Ich konnte sie nicht davon abbringen und so bitte ich Euch mir zu helfen. Doch bitte wendet keinerlei Gewalt an. Dies könnte ich nicht gut heißen, wenn der grüne Waldboden noch mit Blut besudelt wird.
Empört über diese Neuigkeiten folgten die Menschen dem alten Druiden in den Wald hinein und noch lange bevor sie die Lichtung erreichten, waren die harten Axtschläge schon zu hören. Bei jedem Schlag zuckte der Druide zusammen. Eine Stimme trieb die Axtschläge an und forderte immer mehr Holz.
Als die Gruppe die Lichtung erreichte, sahen sie schon zwei Holzfällerinnen, einen Zimmermann und einen Priester in einer feuerroten Robe. Auf der Lichtung stand ein halbfertiges kleines Holzhaus. Vor dem Holzhaus waren ein primitiver Altar aufgebaut und Blutflecken färbten ihn und den Waldboden rot.
Sofort stürzten sich die Menschen auf den Priester und fragten ihn aus. Was wollt ihr von mir? Ihr seht doch wir sind beschäftigt und arbeiten hart. Dies wird mal ein Tempel für unseren Gott. Er steht kurz vor der Vollendung und ihr dürft uns nicht dabei stören.
Die Gruppe redete auf ihn ein, doch Argumente, dass er den Wald zerstört, dass dieser Tempel nicht standesgemäß für einen Gott sei oder sonstiges, fruchtete. Nun stürzten sich einige der Gruppe auf die Arbeiter. Sie versuchten sie mit den verschiedensten Argumenten davon abzubringen, weiter für den Priester und den Tempel zu arbeiten. Doch nichts half. Sie bekamen nur die Antwort, dass dies ihre Arbeit sei und die Arbeiter eine Familie zu ernähren hatten. Empört wendeten sich diese wieder an den Priester und beschimpften ihn der Ausbeutung seiner Arbeiter. Sofort rief der Priester seine Arbeiter zu sich. So sagt mir, warum arbeitet ihr für mich? Arbeitet Ihr nur des Geldes Willen so hart für mich und steht nicht hinter mir und unserem Gott? Der Zimmermann und die eine Holzfällerin blickten zu Boden und nickten. Nun, ich brauche Arbeitskräfte die an unsere Sache glauben. Ihr seid nicht mehr tragbar für mich. Ich werde Euch entlassen und gebe Euch Euren Lohn. Verschwindet und kehrt zurück zu Eurer Familie. Was ist mit Euch Melana? Arbeitet Ihr auch nur des Geldes wegen für mich? Ich habe eine Familie zu ernähren, das ist wahr, aber es wird mir sicher auch hilfreich sein, wenn mir Euer Gott wohl gesonnen ist, für die Arbeit die ich hier verrichte. Habt Dank für Euer Vertrauen, nur wir müssen uns nun andere Arbeitskräfte suchen. Alleine werden wir den Tempel nicht so schnell vollenden können. Seht doch, Herr. Hier stehen genug kräftige Männer und Frauen herum. Überzeugt sie von Eurem Gott. Wütendes Raunen ging durch die Gruppe. Niemals werden wir für Euch arbeiten. Wir verschreiben uns nicht einem bösen Gott! Wild sprechen einige der Gruppe Schutzzauber, die sich auf alle Personen dort auswirkte. Die letzte Holzfällerin geriet in Panik. Sie wusste nicht mehr was mit ihr geschieht, weil sie das nicht kannte. Sie rief nur: "So helft mir! Was geht hier vor? Unser Gott soll etwas dagegen tun. So tut doch etwas, mein Priester!" Der Priester stand ratlos zwischen der Menge und sah seine letzte Arbeiterin voller Angst zwischen der Menge herumlaufen. "Ich kann nichts tun, ich brauche ein Opfer! Sonst hört mich unser Gott nicht an!" "So nehmt die Ziege die dort steht, aber bitte tut etwas helft mir!" "Wir brauchen menschliche Opfer!" rief der Priester. "Hier stehen doch so viele Menschen! So nehmt einen von ihnen! Aber tut endlich etwas!" "Ich kann nicht!" Voller Scham blickte der Priester zu Boden. Jetzt sah es Melana ein. Dieser Priester und dieser Gott bieten ihr keinen Schutz. Und so rannte sie weit weg durch die Wälder und wart nie wieder gesehen. Jetzt hatte der Priester keinen einzigen Arbeiter mehr und sah, dass der Tempel wohl nie mehr fertig gestellt werden würde. Die Gruppe war stolz auf ihren Triumph und legte den halbfertigen Tempel in Flammen. Alles brannte nieder und nur ein Haufen Asche blieb zurück. Mit gesenktem Kopf, machte sich der Priester still aus dem Staub, ohne jemals wieder gesehen worden zu sein.

18. Kapitel - Die Elben

Ich schwebte mal wieder unsichtbar durch die Reihen der Menschen in Vesper und sah dem zufriedenen Treiben auf dem Marktplatz zu. Noch immer fühlte ich eine tiefe Wunde des Heimwehs in meinem Herzen und der Schmerz war teilweise schlimmer als der, der Wunden, in der Nacht in der ich starb.
Da entdeckte ich zwei merkwürdige Wesen die sich unter den Menschen bewegten. Sie waren große, schlanke und edle Wesen mit spitzen Ohren. Mit ihren geschmeidigen Bewegungen strahlten sie eine Anmut und Stolz aus, die ich noch nie zuvor bei einem menschlichen Wesen erblickte. Sie hatten weiße Haare und ausgebleichte Haut. Gekleidet waren sie in sehr feine Stoffe und hatten einheitliche Farben als Umhang, keine Art von Rüstung oder Waffe war zu erblicken. Sie schienen recht friedlich zu sein und schon bald wurden die Zwei von einer Menschenmenge umringt, die sie mit großen Augen ansahen und hastig die verschiedensten Fragen an die Wesen wendeten.
Äußerst höflich und mit einem Lächeln auf dem Gesicht ergriff eines der Wesen das Wort: Seid gegrüßt Ihr Menschen! Ich verstehe Eure Neugier, aber so lasst mich bitte eine Frage nach der anderen beantworten. Die Wesen setzten sich auf die Bank an dem großen Tisch auf dem Marktplatz und die Menschenmenge folgte ihnen und umringte sie wieder.
Mein Name ist Lorian vom Schwert und das ist meine Gefährtin Lorias vom Herzen. Wir sind Elben, Wesen des Lichtes. Wir Elben sind ein sehr altes und sehr stolzes Volk. Auch uns könnt ihr unser Alter nicht ansehen. Wir beherrschen die Magie und wissen wie ein Schwert zu führen ist. Früher waren wir sehr zahlreich und sehr mächtig. Die Magie liegt uns im Blut und früher haben wir so einige große Wunder vollbracht. Doch so groß auch die Elbennation war, so wurden wir von garstigen Dämonen besiegt und nur wenige überlebten bei der Flucht! Diese Wenigen wandern nun ziellos durch die Lande und einige wurden auch oft von ansässigen Menschen verjagt, eben weil wir so anders sind als ihr Menschen. Ich bin erstaunt, wie offen ihr uns empfangt. Ohne Haß und Angst in Euren Augen, nur mit großer Neugier und einem außergewöhnlichen Wissensdurst. Auch wurden wir weiterhin von Dämonen erbarmungslos gejagt. Vor einiger Zeit, in der größten Not, sprach Celdorian von den Sternen einen mächtigen Spruch, der ein Tor zwischen den Welten schuf, um den Dämonen zu entkommen. Doch die Magie forderte großen Tribut und der größte der Elbenmagier starb. Auch das Tor war sehr tückisch denn wir alle wurden wahllos in dieser neuen Welt verstreut. Ebenfalls wissen wir nicht, ob auch einige Dämonen das Tor passierten bevor es sich Schloss. Wir, Lorian vom Schwert und Lorias vom Herzen, fanden uns des Nachts, vor einigen Tagen, in dieser für uns fremden Stadt, die so merkwürdig war wie nichts zuvor, wieder. Mit einem Schreck mussten wir feststellen, dass das Tor nicht nur unsere Familie getrennt hatte, sondern es hatte auch unsere Fähigkeiten, die wir besaßen, nahezu verschluckt. Doch wir werden nicht aufgeben und kämpfen uns durch das Leben um die anderen Clanmitglieder zu finden und um eine Heimat zu finden, in der wir wieder in Frieden leben können. Ich denke, dass wir vielleicht hier eine solche Heimat gefunden haben, so freundlich wir ihr uns begegnet seid. Außerdem bitte ich Euch darum, dass wenn ihr weitere Elben unserer Art seht, daß ihr sie zu uns schickt. Wir werden unser Lager vorerst in dieser Nähe, im Wald, aufschlagen. Oder was meint Ihr Lorias?
Lorias nickte und lächelte, erst Lorian und dann die Menschen, an. Die Menschen lauschten die ganze Zeit gespannt dem Vortrag Lorians. Und als er endete, erzählten einige Menschen die Geschichte dieser Welt und sie saßen noch einige Stunden in ihren Erzählungen auf dem Marktplatz von Vesper.

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