Ork

Die Orks (Questrasse)

dem Reisebericht eines Abenteurers entnommen

An dieser Stelle ist zu bemerken, das der Uruk nur eine Unterart der Orks auf der Vergessenen Welt darstellt. Andere Orkvölker mögen sich, unter anderen Umständen, völlig anders entwickelt haben.

Der Uruk ist mit seinen durchschnittlichen 1.60 m etwas kleiner als der Mensch, dafür jedoch um einiges breiter. Dies verleiht ihm, nicht zuletzt wegen seiner Grobknöchrigkeit, ein recht bulliges Aussehen. Er verfügt über keinerlei Körperbehaarung, besitzt dafür allerdings eine dicke, Lederartige Haut mit reichem Fettgehalt, die ihm vor Kälte schützt und darüber hinaus eine gewisse Widerstandskraft gegen körperliche Schäden bietet. Um diese Haut vor der Austrocknung zu schützen, ist sie mit einer Vielzahl von Drüsen bedeckt. Diese "Warzen", für die sie oftmals von den Unwissenden gehalten werden, sondern ein Sekret ab, das die Haut wie einen öligen Film überzieht um sie feucht und geschmeidig zu halten. Das hat allerdings noch zwei weitere Auswirkungen. Zum einen könnte man behaupten, die Uruk riechen recht streng, zum anderen macht sie das zu überaus fähigen, Nahkämpfern. Das menschliche Sprichwort "schlüpfrig wie ein Ork" ist sicherlich von diesem Umstand abgeleitet.

Obwohl auch häufig auf der Oberfläche anzutreffen ist der Uruk dennoch ein Lebewesen, das hervorragend an ein Leben in ausgedehnten, unterirdischen Höhlensystemen angepasst ist. So verfügt er über ausgeprägten Geruchssinn sowie ein gutes Orientierungsvermögen. Aber das Bemerkenswerteste ist sicherlich seine Fähigkeit des "Tunnelmarsches", wie ich es hier mal bezeichnen möchte. Die Beweglichkeit dieses Volkes unter Tage ist so außerordentlich, das sie sogar die der Zwerge weit hinter sich lässt. So können sie gewaltige Strecken fast ohne Zeitverlust zurücklegen, und so von ihren Wohnhöhlen aus in das ganze Land vordringen, um dann eines schönen Abends aus der unscheinbaren Felsspalte am Berghang hervorzuquellen um einen friedlichen Weiher oder ein kleines Gehöft vollständig dem Erdboden gleich zumachen. Dabei sind sie scheinbar in der Lage, durch Schächte und Spalten zu dringen, die selbst für einen Menschen zu eng wären. Um allerdings herauszufinden, wie sie zu dieser unglaublichen Reisegeschwindigkeit in der Lage sind, müsste man wohl mit ihnen gehen, tief in die Eingeweide der Erde... aber wer von uns will das schon?

Auf jeden Fall lässt es Raum für Spekulationen über den mythologischen Ursprung dieser Rasse und legt die Vermutung nahe, das die Vergessene Welt von einem wahren Netz von Höhlen und Kavernen untertunnelt ist, auf das ja bereits die unheimlichen Dungeons, die überall zu finden sind, vage hinweisen.

Aufgrund dieser Lebensgewohnheiten verlässt der Uruk auch nur ungern seine Höhlen, etwa um zu Jagen oder dieses hässliche Elfendorf im Nachbartal zu brandschatzen. Dabei wurde beobachtet das er dem Sonnenlicht zwar keine Liebe entgegenbringt, es ihm allerdings auch nicht weiter zu schaden scheint.

Die Kost der Uruks besteht ausschließlich aus Fleisch, das bevorzugt gebraten verzehrt wird. Allerdings macht er auch vor rohem Fleisch oder Aas nicht halt, sollten es die Umstände erfordern. Eine äußert scheußliche Eigenart der Uruk ist, das sie des Öfteren das Fleisch im Kampf gefallener Gegner wie auch Stammesbrüder, zerlegen und roh verzehren, und in einigen Fällen sogar während der laufenden Kampfhandlung! Ich kam nur einmal in den höchst zweifelhaften Genuss dieses Spektakels... und es ist kein schöner Anblick wenn sich ein halbes Dutzend dieser Kreaturen auf ein halbtotes Opfer stürzt, es mehr zerreißen denn zerschneiden um am Ende die großen, blutigen Brocken fast ohne zu kauen und mit Haut und Haaren herunter zu schlingen. Ob dies aus Gründen des Aberglaubens, ihrer Religion oder schierer Blutlust geschieht entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

Der Stammesverband, in dessen Gefangenschaft ich mich befand, bezeichnet sich als "Uruk-Unai", ein Name der sich scheinbar aus ihrem Vernichtungswunsch allen Andersartigen herleitet. Auch konnte ich feststellen, dass es sich um keinen "normalen" Stamm handeln konnte, gab es doch keinerlei Weibchen oder Frischlinge, so wie die Orks ihre Frauen und Kinder bezeichnen. Dies wäre bei einem anderen Orkvolk undenkbar gewesen und ich verweise auf eines meiner älteren Werke " Leben mit den Tiermenschen", in dem ich von einem, nun ja, halbwegs harmonischen Lebens unter Orks berichte, welches 6 Monde dauerte bis einige etwas übermotivierte Paladine unbekannter Herkunft durch das doch eher friedliche Dorf fegten um es mit Stumpf, Stiel und bis auf den letzten Frischling auszulöschen.

Wie dem auch sei, ob nun freiwillig oder als Ausgestoßene im Exil lebend, hatte diese "Bande" wie ich sie nennen möchte, dennoch eine ausgeprägte Hierarchie, wenn sie auch teilweise je nach Tagesform der einzelnen Uruk etwas variieren mochte. Die Führung lag sicherlich bei einer Person, die die niederen Orks als "Baas", sich selbst jedoch als "Draratul" oder so ähnlich bezeichnete, wobei diesem "Baas" eine Art Schamane, von den anderen als "Gothmog" bezeichnet, zur Seite stand. Neben diesen beiden scheinen alle anderen Uruk etwa den gleichen Status zu besitzen, wobei es oftmals zu Reibereien und offener Gewalt untereinander kommt, zum Beispiel bei der Verteilung des Fleisches oder der Beute. Dann und wann war ein jüngerer oder schwächerer Stammesbruder so kühn, den Anführer herauszufordern wobei es immer zu einem recht heftigen und blutigem Kampf kam. Zwar war der Baas immer siegreich während meiner Gefangenschaft, allerdings bezweifle ich nicht das die Rolle des Anführers auf den Sieger übergegangen wäre. Der Gothmog wurde im Übrigen nie gefordert, seine Position scheint, vielleicht aus religiösen Gründen, unantastbar. Allerdings konnte ich einmal beobachten, und zwar als der Baas abwesend war, das sich alle Orks Fäuste schwingend auf den Schamanen warfen und solange auf ihn einschlugen, bis er sie mit einem Feuerball versengte und auseinander trieb. Im allgemeinen konnte ich beobachten, dass die niederen Orks dem Baas aus Respekt und Bewunderung seiner Stärke willen folgen, dem Gothmog allerdings aus Furcht vor seiner Zauberkraft.

Darüber hinaus scheint es nur noch eine Einteilung in mehrere Kasten zu geben. Die beiden häufigsten Kasten sind die der Shiruk eine Art Waldläufer und die der Kragor, welche die Krieger darstellen. Weitere Kasten, die ich bei dem Orkvolk entdeckte in dem ich lebte, nämlich die Bashruk, die Tierbändiger der Orks, die Rozgha, handwerklich begabte Arbeiter und die niederen Bublah, Schweinehirten und Bauern, gab es hier nur sehr selten zu sehen, wobei es die anwesenden Uruks dennoch verstanden, Dinge für den täglichen Bedarf selber zu fertigen. Ansonsten benutzen sie, was sie erbeuten können, und einmal, ich konnte von meinem stinkenden Verschlag aus weder Gesichter noch Stimmen erkennen, verhandelten sie mit einem zweifellos menschlichen Gesprächspartner über Preise für Waffen und Rüstungen aus menschlicher Herstellung!

Zur Religiosität der Uruk-Unai kann ich nur sagen, sie verehren etwas, aber da wenig Symbole zum Einsatz kamen außer dem Schlachten einiger Schweine und eines gefangenen Waldarbeiters, vermag ich nicht zu sagen, welcher Art ihr Götze sein mag.

Abschließend möchte ich noch kurz erläutern, wie sie mit Gefangenen umgehen, und wie sie mit ihrer Beute verfahren. Erstere, zu denen ich mich leider zählte, werden als Sklaven gehalten. Das genaue Wort dafür könnte "skaj", "pushud shara" oder "snaga" sein, denn mit diesen Worten bedachten sie mich des Öfteren. Jedenfalls musste ich für sie Holz schlagen und Essen kochen, sowie ihre Höhlen und Gänge tiefer in den Berg treiben, in dem sie hausen. Dabei nahmen sie auch keine Rücksicht auf mein fortgeschrittenes Alter. Hätte ich versagt, ich wäre zweifellos ihrem dunklen Götzen geopfert worden. Aber in ihrer gebrochenen Gemeinsprache teilten sie mir mit, dass ein von ihnen gefordertes Lösegeld bezahlt wurde, woraufhin sie mich zögernd freiließen, nicht ohne das es dabei Raufereien in den eigenen Reihen gegeben hätte. Ich nehme an, für den Waldarbeiter hatte keiner gezahlt.

Ähnlich gehen sie auch bei ihrer Beute bei Raubmorden vor. Sie rauben das Opfer bis auf die blanke Haut aus, geben allerdings den Hinterbliebenen eine Frist von 7 Sonnenläufen, es gegen Gold oder Eisenwaren freizusetzen. Dieser Vorgang mag etwas sonderbar erscheinen, aber vermutlich hat auch diese Sitte ihre Wurzeln in dem seltsamen Glauben der Uruk-Unai.

Und das ist vorerst alles, was ich dazu von mir geben kann.