Lavain

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Titel:
Herr des Vergnügens, Meister der Schelme und Scharlatane, Prinz des Schabernacks

Andere Namen:
-

Symbol:

Eine Schelle mit aufgemalter Narrenkappe

Portfolio:
Frohsinn, Tanz, Feste, Wein, Kunst, Taschenspielertricks, Gaunerei, Schabernack, Verschwendung

Philosophie / Motivation:
Lavain ist der Gott der Künste und des Vergnügens, dabei legt er ganz unterschiedliche Facetten an den Tag. Kann er bei Schabernack mit kindlichem Gemüt Leichtsinn und Sorglosigkeit an den Tag legen, so dass seine Späße manchmal schon die Grenzen einer grausamen und gedankenlosen Tat ankratzen, so ist er bei der Förderung der Kunst sogar mit ernsthaftem Ehrgeiz beseelt.

Oft und gerne mischt sich Lavain unter das Volk und schon mancher wurde das Opfer des göttlichen Schabernacks und seiner Scherze. Mitunter lässt Lavain einen geradezu kindlichen Egoismus hinsichtlich seiner eigenen Belustigung offensichtlich werden und treibt seine Späße auf Kosten anderer gar zu wild. Doch ist ihm jegliche Boshaftigkeit abzusprechen, diese entspricht nicht seinem Wesen, eher bewegt ihn Langeweile, Übermut und Gedankenlosigkeit. So ist er stets danach bestrebt, sich zu vergnügen und sich zu unterhalten. Im Grunde hat er ein großes Herz für die Sterblichen und mischt sich gerne unter sie, um mit ihnen zu feiern. Dabei trinkt und isst er viel und gerne bis hin zur Maßlosigkeit. Als fröhlicher und kontaktfreudiger Geselle scheut er sich nicht, offen mit den Sterblichen zu tanzen und zu feiern. Feste mit Tanz und Geselligkeit ziehen ihn geradezu an, wobei sein Eifer sich zu amüsieren, einen Hang zur Maßlosigkeit und Verschwendungssucht offenbaren. Lavain ist ein Bruder Leichtfuß und nimmt fast alles auf die leichte Schulter, fast jeder Situation kann er noch Humor und Spaß abverlangen. Humor ist etwas wunderbares, ein lachendes Herz erfreut diese im Grunde freundlich gesonnene Gottheit. So versucht er auch immer allzu ernste Zeitgenossen durch Neckereien und Scherze aufzuheitern.
Engstirnig betrachtet Lavain auch nicht das Eigentum anderer. Daher toleriert der Meister des Schabernacks auch das Entwenden von solchem. Vor allem, wenn solch Diebstahl und kleine Betrügereien nicht aus reiner Goldgier heraus, sondern aus sportlicher Ambition und Ehrgeiz oder auch obskurer Sammelleidenschaft begangen werden. Die "edlen" Diebeskünste, wie der Taschen- oder Trickdiebstahl, Anschleichen oder das „im-Schatten-verschwinden“ betrachtet Lavain als wichtige und dem Amüsement zuträgliche Fertigkeiten, solange sie nicht aus bloßer Habgier eingesetzt werden. Lavain erkennt diese Diebesfertigkeiten als einen Bereich der Kunst an, der somit natürlich seine Daseinsberechtigung hat.
Natürlich empfindet Lavain Wetten und Spiel als kurzweiligen Zeitvertreib und da Kunst über weltliche Anschauungen wie Eigentum und Besitz stehen muss, findet er kunstfertiges Falschspiel und die Übung darin absolut Schützens- und Fördernswert. Gauner sowie Langfinger mit Sportsgeist und Geschick sind Lavain ans Herz gewachsen.

Natürlich ist Lavain auch Schutzpatron der klassischen Künste wie dem Gesang, der Malerei und der Dichtkunst. So erfreut er sich an schönen Reimen und Liedern, gleichgültig ob dramatisch, tragisch oder humorvoll. So manchem Barden und Dichter hat er in dunklen Tälern der Schreibblockade Inspiration gespendet, ihn ermutigt. Den Talentierten gibt er Mut und hilft ihnen ihr Genie zu finden. So ist er Muse und Ziehvater der Künstler, gibt den Schaffenden Kraft und Kreativität. Er selbst liebt Gesang und Gedichte, aber auch die Maler und Bildhauer hat er unter seinen Fittichen. Und manch plötzliche Eingebung mag von Lavain selbst stammen. Die Stadt der Künste ist ihm lieb und teuer und er versteht sich als Schutzpatron Trinsics.
Als Schöngeist verabscheut Lavain Gewalt und Krieg, er hält sie für barbarisch.
Im Grunde genommen beschäftigt sich Lavain mit weltlichen Dingen wie Politik und Diplomatie nur ungern, es sei denn natürlich, sie werden in den Liedern von Barden verspottet.

Aufgaben der Anhänger und der Priesterschaft:
Die Priesterschaft Lavains ist wohl so ungeordnet und unstrukturiert wie keine andere. Hierarchien oder Befehlsketten sucht man in dieser Kirche vergeblich. Nur bei großen Festen oder in einem der wenigen Lavain geheiligten Orten findet man eine größere Anzahl von Lavainpriestern. Äußerlich sind sie nur durch ihre uneinheitlich farbenfrohe Kleidung und durch ihre stets ungetrübte gute Laune gekennzeichnet. Wo immer ein Lavainpriester auftaucht, kann man sich sicher sein, dass dieser Ort im Nachhinein um einige Flaschen Wein, nicht zu wenig Essen sowie vielleicht auch um ein paar interessante Gegenstände ärmer ist, dafür reicher um einige Stunden ausgelassenem Frohsinns. Lavains Priester sind gemeinhin weder besonders ehrwürdig noch in irgendeiner Weise ernsthaft, im Gegenteil andere Streiche zu spielen und Schabernack zu treiben gilt als ausgesprochen Lavain gefällig. Überall sind sie als Partylöwen bekannt und so manch anvertrautes Gold wurde für die Ausstattung eines Festes veruntreut.

Für Priester und Anhänger gilt: Es findet sich immer ein Anlass zum Feiern und sei es nur wolkenfreie Blaue Himmel.
Aber im Grunde ist ein Anhänger Lavains ein jedes Wesen, welches die Vorstellung der Gottheit vom „Schönen Leben“ lebt und verbreitet. Und diese bedeutet, das Leben aus den Vollen zu schöpfen, Maß und Vernunft sind nichts für Lavains Kinder. So nehmen seine Anhänger jeden möglichen, noch so kleinsten und unbedeutenden Anlass um anzustoßen und zu feiern.
Geiz und übertriebene Sparsamkeit gelten als Lavain ungefällig und sind somit abzulehnen. Es wird im Hier und Jetzt ohne Sorgen gelebt und das Gold muss unter die Leute gebracht werden.
Sein erster und bekanntester Anhänger war wohl der Narr Xabbu aus Yggdrasill. So findet man unter seinen Anhängern aber insbesondere die Künstler, die Barden und Minnesänger, die Dichter und Komponisten, die Maler und Bildhauer, welche ihre Werke Lavain weihen und ihnen in den Stunden der Ideenlosigkeit um Muse und Eingebungen bitten. Ebenso findet man unter seinen Anhängern fahrendes Volk, die kleinen Gauner und Kleinkünstler, die Schelme, Gaukler und Narren. Über all jene hält Lavain seine schützende Hand.

So soll dass das Volk der Kobolde mit ihren Streichen dem Prinzen des Schabernacks besonders am Herzen liegt und laut Gerüchten soll er schon so manchmal kleinen Kerl aus einer verzwickten Lage herausgeholfen haben.

Beziehung zu den anderen Göttern:
Lavain selbst steht den meisten anderen Göttern gleichgültig gegenüber, so lange ihr Wirken nicht anhaltend gegen seine Prinzipien verstoßen und ihr Tun den Frohsinn unter den Wesen stark vermindert. Da er aber ein kontaktfreudiger Geselle ist, sucht er auch häufig die Nähe anderer Götter, zumindest die von einigen.
Griesgrame und Langweiler wie Kossuth und Muriel geht er lieber aus dem Weg, die haben es schon immer geschafft, jedes Fest zum Trauerspiel zu machen.
Shaundakul hingegen sucht er recht gerne auf, oft sitzen sie an einem Lagerfeuer zusammen und Lavain gibt seine Abenteuer zum Besten oder trägt einen Vers vor. Sein Verhältnis zu Tyche ist recht ambivalent, so sind ihre Anhänger auch meist sonnigen Gemüts und verstehen die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen, doch ist ihm ihre Einstellung zu Glückspielen zu engstirnig, denn Lavain ist ja durchaus der Meinung, man dürfe seinem Glück durch Geschick nachhelfen.
Des Teufels Spiel mit dem Worten und die virtuose und kunstvolle Intrigenspinnerei gewinnen Lavain Bewunderung für Gargauth ab, während er als Freigeist jegliche Tyrannei ablehnt und Fenrie sowie den Meister mit großer Abneigung entgegentritt.
Die anderen Götter mögen Lavains kindliches Gemüt gelegentlich nachsichtig belächeln, doch wissen sie, dass er beschäftigt werden muss, da Langeweile ihn unberechenbar werden lässt.

Tempel, bekannte Stätten, Avatare:
Im Grunde ist jeder Ort, an dem ausgelassen gefeiert wird, ein Tempel Lavains. Wirkliche Schreine und Heiligtümer sind daher eher selten, der bekannteste Tempel befindet sich allerdings in Trinsic, der Stadt der Künste. Auch die verwunschene Insel vor Trinsic wird Lavain zugeordnet, da er sie hütet und dort schon öfter erschienen sein soll. Auch im Casino zu Trinsic soll er gesehen worden sein.
Lavains Avatare sind vielfältig wie Sand am Meer, was vermutlich daran liegt, dass er nahezu jedesmal einen neuen wählt, um unerkannt unter den Menschen herumzustreifen. Um sich erkennbar zu zeigen setzt er sich dann ab und an allerdings seine Kappe mit den tausend Glöcken auf oder plaudert etwas mit seinem sprechenden Stab Gagarargu.
Fast immer wenn Lavain erscheint, ist ein leises Glöckchen zu hören.

Geschichte / Hintergrund:
Es gibt Gerüchte, dass Lavain schon ein paar Mal in Vesper aufgetaucht sei und etwas Schabernack getrieben habe, ebenso wird erzählt, er sei schon auf so manch irdischem Fest erschienen. Dies können aber natürlich auch nur Hirngespinste irgendwelcher Trunkenbolde sein. Gesichert scheint aber zu sein, dass er in jüngster Zeit sich Avatare anderer Götter bedient hat und so deren Anhängern erschien, um Streiche zu spielen.

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