Kristall der Macht

1. Bericht

Ein Objekt - Fundort dem Schreiber leider unbekannt - das möglicherweise magische Handlungen in großem Maße verstärkt und welches noch zu Zeiten König Horadrims von zahlreichen Organisationen und Orden des Landes begehrt wurde. Besagter Kristall wanderte zwischen den Seiten umher und damals vorerst letzter Aufenthaltsort war bei den Drow. Es ist anzunehmen, daß der Kristall zwischenzeitlich wieder bei seinem Hüter, welches nach allem was man in Erfahrung bringen konnte ein Drache war, gelandet ist. Damaliger Zweck dieses Kristalls ist nicht gänzlich klar, die spärlichen Informationen an die man damals gelangte sprachen davon, daß dieser Kristall in Verbindung mit einem gewissen Buch (das Necronomicon) ein starkes Potential entwickeln würde, damals wurde hauptsächlich von einer zerstörerischen Kraft gesprochen, jedoch ist dies aufgrund fehlender Beobachtungen nicht verifiziert.
Jedoch bekannt ist, daß ein damaliger Schütze namens Jaldor (Gilde des Feuersturms, wenn ich nicht irre) einen Splitter des Kristalles in eine Armbrust einlegen ließ, ob diese Waffe jedoch noch existent ist und in wessen Besitz hat sich im Laufe der Zeit verloren.
Später wurde auf einen möglichen Zusammenhang mit dem Kristall hingewiesen, der benutzt wurde um den Dämonen zu bannen, den das Meervolk sandte um Cove heimzusuchen, aufgrund des Mordes an einer Prinzessin des Meervolkes. Nach allem was bekannt ist war dieser Kristall ebenfalls ein Artefakt mit übermäßig großen magischen Kräften, welches, so verstand ich den Magier des Meervolkes der später zur Hilfe eilte als ihnen der Dämon außer Kontrolle geriet, kein Einzelstück war, so daß es möglich wäre, daß es mehrere Kristalle der Macht gibt, auch mehr als die zwei hier vermuteten.

2. Bericht

Anmerkung der Akademie:
Zeitrechnung des Reiches: Jahr 4 nach Horadrim,
entsprechend allgemeiner Zeitrechnung: Jahr 1003, das Jahr des Labyrinths

Folgendes Dokument wurde kürzlich während der Katalogisierungsarbeiten in der Bibliothek der Akademie zu Pantagruel aufgefunden und möge fortan für weitere Studien und Information dienen.

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Forschungsbericht Nr. 723

Arbeitstitel: Der Kristall der Macht
Typus: Artefakt
Jahr: 261 - Jahr des Aufsteigenden Sternes
Verfasser: Erzmagus Ilrithem Silberfeuer, erster Dekan der Akademie zu Narcarel

Absatz 1 - Vorwort:
Auch wenn es mir selber bis dato nicht vergönnt war den Stein selber langzeitig erforschen zu können, will ich mit dieser Arbeit eine umfassende Sammlung bisheriger Werke über ihn zusammenstellen - ergänzt und von dem Staub der Gerüchte und Legenden durch meine eigene Erfahrung und Einschätzung befreit.
Mein Dank gilt hierbei den Magiern des Ordens der "Streiter des Lichts", welche mir, trotz erkennbarer Mängel und Fehler, Zugang zu ihren Archiven und persönlichen Aufzeichnungen gewährten.

Viele Mythen und Legenden ranken sich um diesen Stein und man trifft in allen Gebieten der Reiche auf sie. Manche sehen in ihm eine Träne der Mondgöttin, welche im Feuer der Sterne gehärtet wurden, andere glauben er sei ein Tropfen des Blutes der Göttin der Magie, Mystra, welcher auf die Erde hinabfiel und einige sehen in ihm einen Tropfen Schweiß, welchen der Herren der Zauberbanne, Azuth selbst, verloren habe, bei dem gewaltigsten Spruch den er je gewoben hat.
Ich selbst kann nach all meinen Studien und persönlichen Erfahrungen jedoch voller Inbrunst behaupten: all dies gehören in die Welt von Märchen, Legenden und Aberglauben - erfunden von und für das gewöhnliche Volk um ihr eigenes Unwissen zu verbergen!
Der Edelstein, so habe ich durch meine bisherigen Recherchen recht glaubhaft belegen können, ist eines der wenigen Artefakte aus einer Zeit in welcher die Magie noch machtvoll und ungezähmt war und welche bis zum heutigen Tage überdauert haben. Einer Zeit in denen das Netz der Magie noch grobmaschiger und weniger strikten Regeln und Grenzen unterworfen war, als es heute der Fall ist und zu der vielleicht mehrere solcher Kristalle gefertigt wurden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die gemeinsame Nennung eines Zauberbuches, welches zusammen mit dem Stein ein Set bilden soll.

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  • sichtbar aus anderer Hand angefügter Vermerk*

Siehe Forschungsbereicht Nr. 1917

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Absatz 2 - physische Eigenheiten:
Bei dem untersuchten Objekt handelt es sich, meinen Nachforschungen zur Folge, um einen facettenreich geschliffenen blau-weißem Edelstein. Seine Größe beträgt etwa 4 Zentimeter in der Länge, 3 in der Breite und 1 1/2 in der Dicke - jeweils von der stärksten Stelle ausgehend.
Auf den ersten Blick erscheint er wie ein normaler Saphir von makellosem Schliff, daß Schimmern seiner Oberfläche rührt, bei näherer Betrachtung, jedoch nicht von Reflexionen her, sondern von einem silberweißen "Feuer", welches tief in seinem Inneren lodert. Die Oberfläche des Steines ist kalt, jedoch spürt man das vorhanden sein starker Magie, wenn man ihn berührt.
Bemerkenswert ist die absolute Reinheit des Kristalls - weder auf seiner Oberfläche noch in seinem Kern lassen sich Risse, Sprünge, Einschlüsse oder Absplitterungen erkennen. Jeder von uns, welcher sich einmal mit der Aufladung und Verzauberung von Edelsteinen beschäftigt hat, weiß um die Problematik einen geeigneten, halbwegs reinen Stein zu finden und vor allem die Schwierigkeit später einen Zauber in ihn zu bannen, ohne das er porös wird und sich mit der Zeit verflüchtigt oder durch - vorher unbemerkte Makel - sofort zerspringt nachdem die Ladung erfolgte und die Arbeit umsonst war. Dieser Stein jedoch hat keinen solchen Fehler.
Der Stein scheint zudem unempfindlich gegen physische Einwirkungen zu sein, da er selbst nach dem zerschmetternden Hieb eines Streitkolbens keinerlei Schaden aufwies, wie die Unterlagen des Ordens belegten, die den erfolglosen (und von übermütiger Dummheit geprägten) Versuch eines Paladins aufführten dieses "gottlose Objekt des Bösen" zu zerschmettern.

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Anmerkung: Die Tat eines Narren, wie es viele unter seines Gleichen hat - und das nur weil der Stein aus dem Besitz eines untoten Magiers geborgen wurde. Allerdings durchaus sehr aufschlußreich.
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Absatz 3 - magische Analyse:
Oberflächlich betrachtet, sticht als erstes das innere Feuer des Kristalls hervor - konzentriert man seinen Willen auf den Stein, so verstärkt sich sein Schimmern zu einem Leuchten, welches mit jeder herkömmlichen Lichtquelle mithalten kann.

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Anmerkung: Für einen Moment spürte ich das etwas wie "Sehnsucht" die von dem Stein auszugehen schien, als ich ihn für den oben genannten Versuch kurz geistig fixierte - was mir jedoch tagelange Kopfschmerzen durch den Schlag eines der Wächter und das strikte Verbot mich dem Aufbewahrungsraum auch nur noch einmal zu nähren einbrachte, nachdem ich aus dem Koma wieder erwachte...
Diese Trottel hätten mir auch sagen können das "Ansehen" sich wirklich nur auf die Augen beschränkte!
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Ein direkt auf den Edelstein gewirkter Zauber scheint ohne weitere Auswirkung absorbiert zu werden, Flächen wirksame Zauber die auf ein Gebiet gerichtet sind in dem sich der Stein aufhält werden nicht beeinträchtigt, beeinflussen den Kristall selber aber wohl auch nicht. (Eine weitere Information aus den Archiven des Ordens - leider ohne das ich sie überprüfen kann...)

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Nachtrag: Nach einem weiteren aufgefundenen Bericht scheint der Stein doch durch Zauber beeinflußbar, ich werde ihn studieren und später die Informationen zufügen.
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Korrektur: Der Verfasser besagten Textes war ein Idiot (und Ordensmitglied...)! In einem ganzen Kapitel läßt er sich darüber aus, wie er sich an dem Stein die Finger verbrannte nachdem er eine Kaskade Feuerbälle auf ihn geschleudert hatte - anschließend spinnt er irgendwelche hirnrissigen Verschwörungstheorien um den Verursacher dieser "unerwarteten" Auswirkung - er vermutete einen seiner Konkurrenten im Orden dahinter und ließ ihn wegen Anwendung schwarzer Magie verbrennen.
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Anmerkung: Wieso gelingt es eigentlich solch Verrückten an den Stein zu kommen? Ich muß mich durch die Berichte dieser Trottel quälen und versuchen Sinn von Irrsinn zu trennen... - wieso ausgerechnet ich?
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Die anfangs angesprochene Leuchtkraft des Kristalls ist jedoch lediglich eine Nebenerscheinung, sein eigentliches Potential läßt sich scheints nur entfalten, nachdem man sich an den Stein "gebunden" hat (was das Gefühl der Sehnsucht erklärt, welches ich bei meinem eigenen Versuch im Ansatz spürte ). Die Bindung geschieht indem man den Stein berührt und das Befehlswort spricht, welches ihn aktiviert. Der Stein selber gibt leider keinerlei Hinweise darauf, wie dieses lautet, jedoch bin ich auf einen Buchband gestoßen, welcher einzig und alleine mögliche Worte für seine Aktivierung enthielt - welches jedoch das Richtige ist, oder ob es überhaupt in diesem Band zu finden war, kann ich leider nicht mit Bestimmtheit sagen (geschweige denn überprüfen - erwähnte ich bereits das man mir jeden Zugang verwehrte?), doch gibt es Berichte das es bereits mehreren Magiern möglich war, eine solche Verbindung einzugehen. - Man müßte schon mit den Toten sprechen um näheres zu erfahren.

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Anmerkung an mich selbst: Studien in Bezug auf Verbindungen ins Totenreich könnten vielleicht hilfreich sein - jedoch bedürfte es sicher einer erweiterten Form um einen ehemaligen Besitzer des Steines ausfindig zu machen.
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Ergänzung: Daran denken dies nicht weiter anzusprechen oder näher zu untersuchen, so lange ich in der Festung der Streiter weile. Einer der Lichtmagier hat mich recht suspekt angesehen, als ich nach den Grüften von ehemaligen Besitzern oder Wächtern des Kristalls fragte.
Ich sollte für den Rest meines Aufenthalts besser immer einen Fluchtzauber griffbereit halten!
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Des weiteren scheint es stets nur einem Lebewesen möglich zu sein eine Bindung mit dem Stein herzustellen, welche selbst bestehen bleibt wenn der "Herr" des Steines auf eine andere Ebene verschlagen wird, nach meinen Quellen war es einem Meister des Kristalls sogar möglich, von einer anderen Ebene aus durch den Kristall zu kommunizieren. Der Tod scheint die Verbindung zu dem Stein jedoch zu unterbrechen.

Interessant! Wie es scheint ist es auch nach dem Tod möglich eine Verbindung dem Kristall zu unterhalten, auch wenn ein anderer Lebender sich erneut an den Stein bindet (Untote scheinen somit nicht als direkt Verbundene Wesen zu zählen), wie der Fall zweier rivalisierender Magier zeigte über den ich in einer verstaubten Ecke der Archive gestolpert bin (wortwörtlich... diese Bibliothek ist ein Schweinestall!): der eine brachte den Stein nach dem augenscheinlichen Tod seines Konkurrenten in seinen Besitz, wurde jedoch nach seiner Bindung von dem "ehemaligen" Herren des Kristalls - welcher die Existenz als Liche der Gebrechlichkeit des Alters vorgezogen hatte - mit dessen Hilfe vernichtet. Kommen wir zu den eigentlichen Kräften des Steines:

1. Archiv der Banne:
Jedes mal wenn der Stein berührt wird, während man sein Aktivierungswort spricht, offenbart er augenblicklich alle seine Fähigkeiten und in ihm festgehaltene Zauber - egal ob der Sprecher an ihn gebunden ist oder nicht.
Der Zugriff auf dieses Potential bleibt einem jedoch verwehrt, ebenso ein näheres Studium der einem offenbarten Zauber.
Nach Aufzeichnungen (angeblicher) Experimente der Ordensmagier, wird ein im Stein gespeicherter Zauberbann nach seinem Aufruf unwiederbringlich ausgetilgt.

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Anmerkung: Ich will gar nicht daran denken ob und wie viele einzigartige Sprüche, ehemaliger Herren oder gar des Erschaffers dieses Kunstwerks, diese stümperhaften Fanatiker verschwendet haben, anstatt zu versuchen sie erst einmal zu erforschen und niederzuschreiben.
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2. Ladung mit Zaubern:
So wie man sie aufrufen kann, können Banne auch in den Kristall gesprochen und so aufbewahrt werden. Voller Stolz (dazu enthalte ich mich jeglichen Kommentars!) berichtete der oberste Magier des Ordens (ich tendiere langsam aber sicher dazu meine Schüler als begabter anzusehen als diesen fetten alten Kauz), daß es ihm selbst bei einer Untersuchung des Steins gelang einen vorher frei gesetzten Spruch durch einen Lichtzauber zu ersetzen.

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Anmerkung: Ein Lichtzauber in einem selbst leuchtenden Objekt - wahrlich eine Glanzleistung! Ich denke ich werde mir eine stille Ecke suchen und meinen Tränen erst einmal ihren Lauf lassen...
Ich will gar nicht dran denken was dieser Wahnsinnige dabei alles an Wissen zerstört hat für diesen Firlefanz.
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3. Fokussierung:
Wie es scheint ist der Kristall in der Lage die Fähigkeiten seines Besitzers zu intensivieren. Ich habe weitere Aufzeichnungen ausfindig gemacht, welche von der Zunahme der Kraft seiner Träger berichteten: magisches Feuer brennt heißer und länger, Schildzauber nehmen an Stabilität zu und selbst einfache Heilmagie kann schwerste Verletzungen lindern.
Eine Begrenzung scheint hierbei vor allem in der Fähigkeit des Magiers zu liegen, der jedes mal wieder die Konzentration aufbringen muß, um seinen Willen gänzlich auf den Stein zu fokussieren. So kann bei wiederholter, zu schneller Anwendung rasch geistige Erschöpfung auftreten.

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Anmerkung: Sollte ich wieder Erwarten erneut Zugang in die Kammer erlangen, werde ich versuchen dies genauer zu ergründen.
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4. Zugriff auf das Gewebe der Magie:
Heute bin ich wohl auf die bisher bemerkenswerteste Fähigkeit gestoßen! Sollte sie sich bewahrheiten, würde sich der Wert und das Potential des Steins noch als weitaus größer herausstellen als ich es bisher annahm und ihn wirklich zu etwas einzigartigen machen.
Den Aufzeichnungen zu folge, ist es dem Träger des Steins mit dessen Hilfe möglich, über sein persönliches Limit hinaus, tief in das Geflecht der Magie hinein zu greifen und die dortige rohe, ungefilterte Macht für seine Zwecke einzusetzen und verbrauchte Kräfte zu erneuern.

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Anmerkung: Man sollte bei solch einer Fähigkeit jedoch besser nicht versäumen Vorsicht walten zu lassen! Die Folgen sich dieser Energie auf längere Zeit auszusetzen, würden mit Sicherheit tödlich enden!
So lange der Geist stark ist, stellt so etwas kein Problem dar und man kann sein Potential sicher erstaunlich steigern, aber irgendwann ist auch hier eine Grenze erreicht, an welcher der Geist einfach durch die übermäßige Energie ermattet und ausgelaugt ist.
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Absatz 4 - Schlußwort:
Leider wurden mir vorerst weitere Nachforschungen seitens des Ordens untersagt, ich vermute immer noch in Folge meines Interesses für gewisse "geheime" Unterlagen die ich rein zufällig in einem anderen Bereich der Archive auffand, als in jenem zu dem man mir Zugang gewährt hatte. Da diese sich jedoch eindeutig mit dem Kristall beschäftigten (und wohl von einem fähigeren Ordensmitglied verfaßt worden waren als die, welche ich bis dato gesichtet hatte) sah ich es geradezu als meine Verpflichtung an sie in den "korrekten" Bereich der Archive mit zu nehmen.
Man ließ mich letztendlich jedoch anstandslos abziehen - natürlich nicht ohne mir vorher sämtliche zusammengetragenen Aufzeichnungen zu entwenden. Wie dieser Bericht wohl zeigt, war auch meine Durchsuchung ein erneutes Zeugnis für die Unfähigkeit der Streiter des Lichts.

Ich bedaure zu tiefst bis zu diesem Zeitpunkt nicht noch mehr Informationen zu dem hier behandelten Objekt vorgefunden zu haben und auch das mir eigene Versuche strikt untersagt wurden.
Meinen Bericht möchte ich letztlich mit der Empfehlung an die Magistratur der Enklave abschließen, den Kristall der Macht durch entsprechende Intervention aus der Obhut des Streiter Ordens entfernen zu lassen. Ein Orden von verblendeten Paladinen und ebenso fanatischer und unfähiger Magier, wie ich ihn antraf, sollte keineswegs die Bürde und Verantwortung für ein Objekt solcher Bedeutsamkeit tragen.

  • Abschließend folgt das persönliche Sigil des Erzmagiers der den Bericht verfaßte*