Kerissa

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Titel:
Die Jägerin, Herrscherin des Weißen Reiches

Andere Namen:
Kerissar

Symbol:
Silberner Pfeil

Portfolio:
Kampf gegen das Böse, Schutzpatronin des Königshauses, Bewahrung und Erhaltung der Schöpfung

Philosophie/Motivation:
Kerissas Hauptaugenmerk liegt, wie schon immer seit ihrem ersten Auftauchen auf der Vergessenen Welt, auf der Bekämpfung der landläufig als böse bezeichneten Kreaturen und Göttern.
Während in den Anfangszeiten jedoch die aktive Jagd nach Bösem im Vordergrund stand hat sich dies mittlerweile dahingehend gewandelt, dass Kerissa meist bestrebt ist dann aktiv zu werden, wenn einer ihrer Gegner handelt und weniger darauf abzielt vernichtende Siege gegen ihre Gegner zu erringen, sondern ein Gleichgewicht zu halten und einen Gegenpol zu den Handlungen ihrer Gegenspieler darzustellen, sowie deren Pläne zu vereiteln.
Ein direktes Vorgehen gegen andere Götter zieht Kerissa nur noch selten in Betracht, persönliche Eingriffe ihrerseits scheinen sich mittlerweile auf wirklich tiefgreifende Bedrohungen der Welt bzw. der darin lebenden Völker zu beschränken.

Aufgaben der Anhänger und der Priesterschaft:
Der Hauptaspekt der Dienerschaft Kerissas ist unzweifelhaft der Kampf gegen Böses, jedoch anders als bei Kossuth, dessen Hauptaugenmerk die Läuterung des Menschen an sich ist, bedeutet dies hier Schutz vor und Bekämpfung von äußeren Bedrohungen, es steht hier vor allem der Schutz von übergeordneten Strukturen, einerseits Staate und Reiche, andererseits der Erhalt der natürlichen Schöpfung vor feindlichen Göttern und Dämonen, im Vordergrund.
Allerdings kann nicht gesagt werden, daß in Anbetracht der eigentlichen Aufgaben der einzelne Mensch sowohl der Anhängerschaft als auch Kerissa egal wäre, Tugendhaftigkeit und deren praktische Anwendung werden bei Kerissaanhängern geschätzt und auch gefordert, so das sich neben den eigentlichen Priestern und Paladinen oft Volk finden läßt, welches ritterliches Verhalten schätzt und hochhält.
Nicht immer zwingend ist dabei die Zugehörigkeit zum Königreich an sich, auch wenn die Tendenz der Anhängerschaft in der Vergangenheit dazu neigte.
Jederlei Person die sich dem Erhalt statt der Zersetzung natürlicher Strukturen als auch von tugendhaften weltlichen solchen verschrieben hat wird innerhalb der Anhängerschaft gern gesehen.

Ein Teil ihrer früheren Anhängerschaft, damals überwiegend bestehend aus Jägern, Spurensuchern und Waldläufern sowie anderen einzelgängerischen Individuen die allerdings schon ähnlichen Zielen folgten wie die heutig Glaubensgemeinschaft, hält sich heute eher distanziert zu Kerissa, unzufrieden mit der Richtung die der auf der Tempelinsel in Ordensstrukturen organisierte Teil des Glaubens einschlug sowie auch mit den im Laufe ihrer Schutzherrschaft über das Königreich immer stärker hervortretenden ritterlichen und tugendhaften Aspekten der Göttin.

Beziehungen zu anderen Göttern:
Dem Meister steht Kerissa sehr feindselig gegenüber, zwar nicht weil er von seiner Macht her als die größte Bedrohung gelten könnten, sondern weil er aufgrund seiner chaotischen und zerstörerischen Natur einer der unberechenbarsten Feinde für die Ordnung der Vergessenen Welt ist.

Zwar herrscht auch zwischen Gargauth und Kerissa durchaus Feindschaft, diese jedoch ist nach den anfänglichen Auseinandersetzungen nach dem ersten Auftauchen Kerissas eher in Ausnahmefällen aggressiver Natur, steht doch Gargauth zwar in moralischen Aspekten gegen die Auffassungen Kerissas, auch sind seine Pläne oft gegen das von ihr geschützte Reich gerichtet, jedoch sieht sie in ihm aufgrund der regel- und wortgebundenheit seiner teuflischen Natur und der generellen Folgsamkeit gegenüber einer, wenn auch verdrehten, Ordnung die Teufel an den Tag legen in ihm die geringere Gefahr als in einigen anderen Göttern.

Thanatos und Fenrie sind zweifellos die zwei größten Gegenspieler Kerissas. Fenrie, weil er die dunklere Seite vieler Aspekte darstellt die auch Kerissa für sich beansprucht und durchaus als ein durchweg böses Spiegelbild der Göttin gelten kann, so das sie in ihrer Gesamtheit gesehen zwei Extreme darstellen die sich gegenseitig, sei es durch erbitterten Kampf oder durch beidseitige Zeiten der Inaktivität, die Wage halten. So ist es dann auch meist zu beobachten, dass ein Handeln einer der beiden Gottheiten fast zwangsläufig die andere auf den Plan ruft.

Thanatos stellt schon seit seinem Aufstieg zur Göttlichkeit und der Erschaffung der Carnifex einen der Hauptgegner Kerissas dar, war sie doch in Anbetracht der von ihr verkörperten Aspekte der Jagd eine der zwölf Unsterblichen denen die Aufgabe des Aufspürens und der Bannung der Carnifex übertragen wurde. Zwar scheint diese Aufgabe mittlerweile erfüllt, die andauernde Präsenz Thanatos auf der Vergessenen Welt ist jedoch einer der Gründe dafür, dass Kerissa die Jagd nach eventuell noch freien Carnifex den anderen 11 Wächtern überlässt und hier die Aktionen Thanatos im Auge behält, auch wenn dies zur Zeit eher einem Lauern auf eine Regung der Gegenseite gleicht, da Thanatos schon seit einigen Jahren verdächtige Ruhe bewahrt.

Recht gute Beziehungen herrschen zwischen Kossuth und Kerissa. Da beide Gottheiten ähnlich Ziele verfolgen, wenn auch mit unterschiedlichen Methoden, als auch ähnliche Feindbilder unter den generell als böse angesehen Gottheiten haben finden sich zwischen den beiden viele Sympathien, auch scheinen in Fällen größerer Bedrohungen Bündnisse und gemeinsames Vorgehen dieser beiden Unsterblichen sehr wahrscheinlich.

Ebenso gut gestalten sich die Bande zu Garlen, auch wenn die Aspekte dieser Gottheit sich von denen Kerissas sehr zu unterscheiden scheinen.
Gemeinsamkeiten finden sich jedoch im Hinblick darauf, dass sich Garlens Domänen zu großen Teilen auf eben die Schöpfung beziehen deren Schutz auch Kerissas Aufgabe ist, so dass man schon in der Vergangenheit die beiden Gottheiten nebeneinander stehen sehen konnte und dies auch weiterhin der Fall sein wird.

Was die eher neutralen Gottheiten auf der Vergessenen Welt angeht, so respektiert Kerissa zwar deren Einstellung, allerdings kann man ohne Übertreibung behaupten, dass ihrer Meinung nach der, so ihre Sicht, scheinbare Opportunismus einiger dieser Gottheiten besser durch mehr Willen sich für eine Seite zu entscheiden ersetzt wäre, vorzugsweise eben die Kerissas.

Tempel, bekannte Stätten, Avatare:
Die bekannteste Stätte Kerissas ist sicherlich der Haupttempel der Glaubensgemeinschaft, welcher sich auf einer Insel etwas südlich der Britainer Bucht befindet, zusammen mit den Quartieren und Unterkünften der Priester und Paladine.

Die zweite bekannte Kultstätte ist zweifellos die erst vor kurzem errichtete Halle des Lichts in östlichen Stadtteil Britains, welche, nachdem sie von der Anhängerschaft Kerissas rituell geweiht wurde, auch eine direkte Verbindung zum Kerissatempel aufweist.

Was das Auftreten Kerissas angeht berichtet man schon seit jeher von der Erscheinung einer Jägerin mit strahlend weißer Haut und grünem Haar, früher gekleidet in eine Kettenrüstung aus Mithril und bewaffnet mit Langschwert und Bogen, beide aus Silber, jedoch seit einiger Zeit gewappnet mit einem fein gearbeitetem Panzer, ebenfalls aus hell glänzendem Silber.
Das Auftreten Kerissas kann in den meisten Fällen als sehr zielgerichtet und direkt, in einigen Fällen durchaus herrisch, beschrieben werden.

Das heiligste Tier des Kerissaglaubens ist der weiße Hirsch in der Vergangenheit oft als Zeichen Kerissas gesichtet und gedeutet und mittlerweile im Garten der Halle des Lichts in Britain heimisch, jedoch ist unklar, ob es sich dabei stets um dasselbe Tier handelte oder ob es mehrere seiner Art gibt. Berichte über einen besonders stattlichen Hirsch mit überirdisch glänzend weißem Fell lassen jedoch auch vermuten, dass entweder Kerissa selbst oder einer ihrer höchsten Diener sich ebenfalls bei Gelegenheit in dieser Gestalt zeigen.
Der höchsten Vertreter ihrer überirdischen Dienerschaft ist allerdings der schon bei vielen Gelegenheiten beobachtete weiße Drache, selbst ein Wesen des Eises, und in vergangenen so wie heutigen Zeiten ihr Sendbote in vielen Dingen die kein direktes Eingreifen Kerissas erfordern.

Geschichte:
Kerissas fand ihren Weg auf die Vergessene Welt ursprünglich im Zuge ihrer Jagd nach den Carnifex.
Wie man aus früheren Erzählungen weiß, waren auf der Vergessenen Welt einige dieser Kreaturen zu finden, auch Gargauth wurde anfänglich von Kerissa für einen Carnifex gehalten, was zu einer der ersten Konfrontationen dieser beiden Gottheiten führte.

Im Laufe der Jahre nahm Kerissa Anteil an allen größeren Geschehnissen, zu Horadrims Regierungszeiten bei der Suche nach dem Kristall der Macht und dem Schwarzen Buch wird zum Beispiel von einem Auftauchen des weißen Drachen berichtet, bei der Rückeroberung Coves von abtrünnigen Angehörigen des Meermenschenvolkes erschien Kerissa, Seite an Seite mit Garlen, den siegreichen Streitern in Form ihres Avatars.

Auch die Suche und Bannung der Carnifex wurde sowohl von Garlens Anhängerschaft als auch ihr weiter vorangetrieben, so findet man Berichte von der Gefangennahme einer dieser Kreaturen in Britain, sowie der später folgenden Bannung auf der Tempelinsel Kerissas, jedoch wurden nun schon seit langem weder Carnifex gesichtet noch scheinen die Feindseligkeiten zwischen Thanatos und Kerissa sonderlich aktiv zu sein.

Gerüchteweise war Kerissa auch bei der Befreiung Königin Adiras aus ihrer Versteinerung aktiv, es wird vermutet, dass sie sehr direkt einige Personen auswählte um die damals sehr schleppenden Fortschritte zu beschleunigen als auch durch kleinere Zeichen und Eingriffe den Fortgang weiter lenkte.

Seit einiger Zeit kann man sagen, dass Kerissa sehr zurückhaltend agiert, sowohl direkte als auch indirekte Eingriffe ihrerseits sind in den aktuellen Geschehnissen auf der Vergessenen Welt selten zu beobachten.
Die Vorgänge um die Weltendrachen, der Frieden der beiden Reiche und weitere aktuelle Ereignisse scheinen wenig Reaktionen auszulösen. Auch große Teile der Anhängerschaft geben sich recht zurückgezogen und schweigsam, so das sehr unklar scheint wie die zukünftigen Pläne Kerissas aussehen.

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