Gargauth

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Titel:
Zehnter der Neun, Der Herr, der beobachtet; Der Verborgene

Andere Namen:
Gargoth, Astaroth

Symbol:
ein gebrochenes Horn

Portfolio:

Intrigen, Manipulation, Spionage, Korruption, Falsche Ratschläge, Verrat, Selbstsucht, Machstreben

Philosophie / Motivation:
Gargauth tritt allen Sterblichen zunächst mit dem Anschein von Mitleid und Güte gegenüber, doch dies verschleiert nur seine Grausamkeit, die am Ende stets umso stärker zutage tritt. Gargauth ist ein Meister des Paktierens und der Verträge, hält jedes Abkommen wortgenau ein, doch niemand versteht es besser als er, den Sinn eines Vertrages so zu verdrehen, dass er letztlich nur ihm selbst zugutekommt.
Gargauths Auftreten ist dabei stets von einer beinahe schmerzenden Freundlich- und Höflichkeit geprägt, deren Ziel es ist, die Interessen des Gegenübers auszuloten, um sie dann zu den gegenteiligen Zielen zu verführen. Dieses grausame Spiel um das Verdrehen der Tugenden und des eigenen Willen ist es, was Gargauth antreibt und woran er sich weidet. Fällt es einem Opfer wie Schuppen von den Augen, was er getan hat, ist dies ein Moment des Triumphes den alle Anhänger und der Verborgene selbst stets anstreben.

Aufgabe der Anhänger und Priesterschaft
Die Anhänger des Gargauth tendieren ihre Glaubenszugehörigkeit (zumeist auch untereinander) zu verbergen, obwohl es auch hier Ausnahmen gibt. Die Anhängerschaft arbeitet daran, ihre persönliche Macht und die Macht ihres Herrn zu vergrößern. Die Priesterschaft sind Augen und Ohren des Verborgenen in der Welt und haben nicht selten machtvolle Organisationen unterwandert, um deren Anführen falschen Rat zu erteilen und mit Hilfe von Einflüsterungen und Ratschlägen den politischen Kurs oder die Handlungen der Organisation in eine dem Glauben wohlgefällige Richtung zu führen.
Im Gegensatz zu Fenrie beobachtet Gargauth das Tun seiner Anhänger weniger streng und vergibt Fehler leichter, sofern diese nicht absichtlich gegen den Glauben gewandt begangen werden. Aus jedem Tun ist noch etwas Nützliches für den Kult zu schöpfen, und so erhält der Frevelnde meist eine neue Chance. So kommt es vor, dass ein Anhänger durch den Hohepriester oder dem Templer eine neue Bewährungsprobe erhält.

Beziehungen zu anderen Göttern:
Gargauth pflegt eine herzliche Feindschaft zu Kerissa.
Als Teufel sind ihm die Dämonen Fenrie und sein Gehilfe der Meister zuwider.
In der Vergangenheit gab es ein Bündnis zwischen Thanatos und dem Zehnten der Neun.
Ansonsten achtet und respektiert Gargauth die anderen Götter als das, was sie sind, nicht ohne jedoch zu versuchen, auch bei ihnen Einfluss auf ihr Handeln zu nehmen oder kollidierende Interessen der anderen Unsterblichen zu seinen Gunsten auszunutzen.

Tempel, bekannte Stätten, Avatare:
Neben der Kultstätte auf der Insel Hythloth (der Ort, an dem Gargauth in die Welt kam) und welche nunmehr verfallen ist, existiert noch der große Haupttempel des Verborgenen, die Schmiede von Lug und Trug. Ein bekannter Zugang hierzu befand sich in der Stadt Minoc, wurde jedoch durch eine Streitmacht des Reiches Horadrim zerstört. Weitere Zugänge sind nur den engeren Kultisten bekannt und befinden sich weit über die Vergessene Welt verstreut.
Trat Gargauth zu Beginn seines Wirkens noch in Gestalt eines Geflügelten Teufels auf, so änderte sich dieses später. Sein bevorzugter Avatar ist die Gestalt eines hochgewachsenen und blassen Kriegers, gewandet in einer schwarzen Rüstung aus Obsidian, welche mit karmesinroten Ornamenten besetzt ist. Aber auch in den Roben eines Magiers oder der Kleidung eines wortgewandten, charmanten Edelmannes hat man den Zehnten der Neun schon gesehen. Häufig wandert der Verborgene auch inkognito durch die Welt und beobachtet das Geschehen. Alle bekannten Erscheinungen der Avatare zeichneten sich durch Höflichkeit, Esprit, Redegewandtheit und Höflichkeit aus. Stets schlagfertig und charmant versucht Gargauth seine Gegenüber zu blenden und in seinem Sinne zu beeinflussen.

Geschichte / Hintergrund:
Hier mag auf die Geschichte der Vergessenen Welt verwiesen werden, in der ein Buch eines unbekannten Gargauth-Anhängers zitiert wird:
"Einstmals war unser Herr einer der Fürsten der 9 Höllen, doch in seinem Willen und Streben nach Macht übertraf er die anderen Teufel bei weitem. So wurden die anderen Fürsten neidisch, und unter Führung des dunklen Herrn der Hölle, Asmodius, verschworen sie sich gegen ihn und verbannten ihn aus seinem Palast, auf dass er auf ewig in den Welten der Sterblichen wandele. Doch da Gargauth früher Botschafter der Hölle unter den Sterblichen gewesen war, kannte er diese Welten, und so gelang es ihm rasch, sich einzurichten, Anhänger um sich zu scharen und mehr und mehr an Macht zu gewinnen. Auf diese Weise wurde die Kraft unseres Herrn gottgleich, und heute ist Gargauth die Verkörperung des unausweichlichen moralischen Verfalls und der Korruption, die alle eigennützigen, geizigen und machthungrigen Anführer und Gruppierungen stets begleitet."

Das Wirken des Zehnten der Neun auf der Vergessenen Welt begann in den Tagen König Horadrims. Durch eine Gruppe Anhänger in diese Welt gebracht, verschaffte er sich schnell Einfluß durch das Säen von Missgunst und Neid sowie dem scheinbaren Erfüllen der Träume nach Macht und Herrschaft. Gleichzeitig erlangte Gargauth durch das Töten eines hohen Dienerwesens Asmodeus mit Namen Geryon dessen Stärke und übernahm dessen Aspekte. In dieser Zeit wurde die verstorbene Königin des Hauses Horadrim, Viviane, erstmals in den Chroniken der Vergessenen Welt erwähnt, damals noch unter dem Namen Asmodina. Gerüchte, dass diese eine Tochter des Gargauth sei, konnten bis zu ihrem Tode nie vollständig ausgeräumt werden.
Angeführt von Hohepriester Widderschädel, dessen Gesicht stets von einer gehörnten Maske verhüllt wird unterwanderte der Kult viele Gruppierungen und Institutionen des Reiches aber auch der damals noch jungen magincianischen Republik. So wurden durch Einflüsterungen der Anhänger aber auch durch Gargauth selbst tugendhafte Menschen zu bösen Taten verführt und stärkten die Macht des Gottes. Jedoch zeigen auch Aktivitäten wie die Entführung des Caldrin um den Kristall der Macht zu erpressen, die offenen Kämpfe gegen den Avatar der Kerissa und dem (mittlerweile) verschollenem Ka'Sharem sowie einer Schlacht in Vesper, in der der Avatar des Gargauth sich gegen den aufgebrachten Mob erwehren musste (und nur knapp entkam) sowie dem Bündnis mit Thanatos und den damit verbundenen Zerstörungen in Britain, dass Gargauth durchaus in der Lage ist, zerstörerisches Potential zu entfalten. Insbesondere dann, wenn geschlossene Pakte und Verträge nicht eingehalten wurden und ein armer Tropf versucht, den Meister der Verträge hinters Licht zu führen.

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