Fenrie

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Titel:
Vater aller Dämonen, der Dämonengott, Herr des Nordens

Andere Namen:
-

Symbol:
Steinernes Zepter

Portfolio:
Kälte, Macht (durch Unterdrückung durch Terror und Säen von Furcht) & Gier, Streben nach persönlicher Macht und Herrschaftsterritorien, Tyrannei, Recht und Herrschaft des Stärkeren, Bosheit in Person, Assassinen

Philosophie/Motivation:
Fenrie gilt als die Personifikation des Bösen, doch ist sein Streben nicht von Zerstörungswut gekennzeichnet, sondern sein absoluter Wille zur Macht und deren Mehrung ist für ihn kennzeichnend. Sein Ziel ist nicht, die endgültige Zerstörung der Schöpfung, sondern die Herrschaft über diese inne zu haben. Die zur Mehrung seiner Macht und seines Einflusses angewandten Mittel können durchaus Gewalt und Terror sein. In der Durchsetzung seines Ehrgeizes ist Fenrie nicht gerade zimperlich und seine Methoden sind sowohl offene als auch verdeckte Gewalt, Drohung, Terror und Unterdrückung. All dies dient dazu, andere zu unterwerfen und so die eigene Macht zu festigen und zu vergrößern. Macht und Herrschaft sind das Recht des Stärkeren. Als Gegenpart von Kerissa übernimmt er einen wichtigen und notwendigen Aspekt der Weltordnung, denn das Gute kann es nur geben, wenn das Böse existiert.

Aufgaben der Anhänger und der Priesterschaft:
Fenries Anhänger haben im Grunde nur ein Ziel und das ist die Vergrößerung des eigenen Einflusses, die Mehrung der eigenen Macht und Stärke zu erreichen, damit Fenries Macht und Einfluss zunimmt und er sich seinem großen Ziel, die Herrschaft über die Schöpfung an sich zu reißen, nähert. Die Priesterschaft ist hierbei angehalten, den Einfluss seines Glaubens und seiner Präsenz zu vergrößern. Welcher Mittel sie sich dabei bedient ist Fenrie gleichgültig. Oftmals zeichnen sich seine Diener durch die gleiche Skrupellosigkeit und den gleichen unstillbaren Ehrgeiz zur Macht wie Fenrie selbst aus. Ein Hauptaspekt ist auch die Schwächung anderer Glaubensgemeinschaften und deren offene oder versteckte Verfolgung durch seine Anhänger. Fenrie verlangt von seinen Dienern absoluten Gehorsam und den Willen sich als der Stärkere durchzusetzen. Als Herr seiner Diener ermutigt er sie zu kühnen Taten, aber er duldet keine Schwäche. Seine Werkzeuge schützt er so lange wie sie ihm dienlich sind. Zeigt ein Diener Schwäche, sollte er nicht auf Fenries Erbarmen hoffen. Von seinen Dienern verlangt er Gefühlskälte und fast analytisch kalkuliertes Handeln. Emotionen sind Schwäche. Es heißt, dass er seinen Anhängern in bestimmten Situationen die Fähigkeit zu fühlen raubt, um sie zu stärken. Die unterschiedlichsten Wesen beten Fenrie an. Neben den offen bekennenden und auch heimlichen Dienern unter den Menschen sind die meisten der kühlen Frostelfen seit Jahrhunderten Anhänger Fenries. Auch andere Frostwesen gehören zu seiner Dienerschaft. Ebenfalls beten viele raue Gesellen und Krieger aus dem Norden zu Fenrie, die ihn wegen seiner Stärke und seinem unbeugsamen Willen zur Herrschaft verehren. Sogar viele Assassinen fühlen sich aus diesem Grund zu diesem Glauben hingezogen und wählen Fenrie als Schutzpatron, der ihnen zu Kühnheit und kaltblütiger Präzision bei ihrem Tun verhelfen soll.

Beziehungen zu anderen Göttern:
Grundsätzlich sieht Fenrie die anderen Götter als Konkurrenten im Kampf um Macht und ist von Feindseligkeit und Eifersucht erfüllt. Immer darauf erpicht, den anderen Göttern Aspekte und Domänen abzunehmen, den Geschwächten zu unterdrücken und ihre Anhänger durch das Säen von Furcht auf die eigene Seite zu ziehen, hat Fenrie keine wirklichen Verbündeten unter den anderen Göttern. Wenn er sich jedoch einen Vorteil davon verspricht, so kann er sich dazu herablassen, anderen Göttern seine Hilfe anzubieten, um im Gegenzug von ihnen früher oder später erhebliche Entschädigung zu erhalten, sei es durch Abtreten von Machteinfluss, Territorien oder Opfern. Aber als Teil des Götterpantheons und der Schöpfung akzeptiert er scheinbar die anderen Götter.
Doch ist er das Gegenstück zu Kerissa, zu welcher er als seine Götterschwester ein ambivalentes, ja tragisches Verhältnis hat. Verkörpert er das notwendige Böse dieser Welt, so steht Kerissa für das Gute und beide sind der Ausgleich der Schöpfung und halten die Waage. Durch dieses Verhältnis entstand eine tiefe Feindschaft zwischen den beiden Göttergeschwistern und in der Geschichte der Götter gab es einige Perioden des erbitterten Krieges zwischen beiden und ihren Anhängerschaften. So kämpfen beide um die Vorherrschaft ihrer Aspekte.
Anders als der Meister ist Fenrie nicht von der Zerstörung der Schöpfung beseelt und somit steht er Garlen als Göttin des Wachstums und der Erneuerung neutral bis feindselig gegenüber. Im Grunde hält er sie für schwach und angreifbar und schenkt ihr nur geringe Aufmerksamkeit in Form von Herablassung, indem er beispielsweise ohne echten Anlass die zart sprießenden Pflanzen im Frühling mit Frost überzieht.
Gegenüber Gargauth jedoch erfüllt ihn als Dämonenfürst ein tiefer Hass. Diesem Emporkömmling aus der Hölle tritt er lauernd entgegen. Immer darauf bedacht eine günstige Situation präsentiert zu bekommen, um den Teufel dahin zu schicken, wo er her kam. Wegen der vergangenen Bündnisse zwischen den jungen Göttern Gargauth und Thanatos pflegt Fenrie auch zu Thanatos eine tiefe Feindschaft, wenn er diese auch nicht so offen zeigt.
Anders ist sein Verhältnis zum Meister und dessen Anhängerschaft. Zwar erfüllt Fenrie auch hier tiefe Abneigung gegen den Konkurrenten, allerdings steht er diesem die Schöpfung und die Schönheit mit überschäumenden Hass bekämpfenden, mächtigen Dämonen eher mit Herablassung und Verachtung gegenüber. Als Dämonengott sieht er den Meister eher als Fußvolk, akzeptiert diesen nicht als Mitglied des Pantheons und erachtet ihn als unter seinem Niveau. Diese Haltung findet man auch bei den Anhängern Fenries, die den Anhängern des Meisters ganz gern Befehle erteilen. Es gibt jedoch keinen offenen Krieg zwischen den Dämonen, doch legen sie sich gerne gegenseitig Steine in den Weg.

Tempel, bekannte Stätten und Avatare:
Obwohl Fenrie zu den älteren Göttern zählt und ihm seine Anhängerschaft schon seit langer Zeit dient, ist kein existierender Tempel auf der Vergessenen Welt bekannt. Lediglich ein Altar in den Wäldern des nördlichen Territoriums, welcher nur wenigen bekannt ist, wird dem Dämonengott zugeordnet. Die meisten wissen jedoch nicht um das Wesen des Altars, sondern verspüren nur eine eisige Bedrohung, die sie schnell das Weite suchen lässt. Als Vater aller Dämonen nennt er ein ganzes Reich (Dämonenreich) und Unterreiche sein eigen, die Vergrößerung seines Machtbereichs sieht er eher im Wirken seiner Anhänger und deren Bemühung um Machterweiterung. Ebenfalls werden ihm die nördlichen und kalten Gefilde zugeordnet, doch zu wenig ist von den alten Mythen und Legenden überliefert worden, um davon gesichert erfahren zu können.
Fenrie bedient sich verschiedener Avatare. So erscheint er den Menschen als mit einem riesigen Zweihänder bewaffneter Dämon, was ihm den Titel Vater aller Dämonen einbrachte. Gelegentlich, insbesondere bei Anrufung durch seine Anhänger taucht er aber auch als in Knochenrüstung gepanzerte Kriegerin auf, welche eine eisige, kaum ertragbare Kälte auf ihre Umgebung ausstrahlt. Eine Aura der Furcht lähmt alle Nichtgläubigen in nächster Nähe oder lässt sie panikartig die Flucht ergreifen. Bewaffnet ist dieser Avatar mit Fenries legendärem Artefakt, einem schwarz glänzenden Kriegsstreitkolben namens „Seelenzepter der Verdammnis“. Sowohl Hautfarbe als auch die Farbe der Rüstung sind steinern, das Haar ist weiß und das Antlitz immer mit einem Knochenhelm verhüllt.
Auch eine dritte Erscheinung wird Fenrie zugeordnet, dabei handelt es sich um eine verhüllte Gestalt in dunklen Roben, welche bei den Frostelfen gesehen wurde und sich auf Wispern und zurückhaltende Gestik beschränkt. So wird ihm auch das Reich der Frostelfen zugeordnet, welche ihm schon lange dienen. Allerdings zeigt sich Fenrie nur selten den Sterblichen.

Geschichte / Hintergrund:
Fenrie gehört zu den ältesten Göttern, die schon seit Urzeiten verehrt werden. Die Menschen im hohen Norden überliefern sich seit Ewigkeiten, dieser Dämonengott sei in ihren Gefilden aus Feuer und Eis entstanden. Und dort sei seine Heimat, in der er sich fast immer aufhielte. Immer wieder haben sich ganze Gruppierungen diesem Glauben verschrieben, wohl in der Hoffnung so an Macht zu gewinnen und einen mächtigen Verbündeten zu haben. Einst gab es die mächtige Gilde „Die mystischen Wächter der Dunkelheit“, welche Diener des Fenrie waren. Als der Zenit dieser Gilde überschritten war, entstand aus dieser eine neue Gilde, welche sich „Templer der dunklen Seelen“ nannte. Mit der Zeit versprengten die Anhänger Fenries und man munkelt sie seien nun in anderen machtvollen Gruppierungen vertreten. Fenrie selbst zeigte sich nur selten, es gibt allerdings Gerüchte, dass er Anhängern half, indem ihren Körpern neues Leben einhauchte, wenn er sie ihm noch nützlich sein konnten. Doch sollen solche Taten immer teuer bezahlt worden sein. Auch bei den Frostelfen soll er schon gesehen worden sein, aber das meiste sind nur Vermutungen.

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